UAP-Bericht 2025 der AARO, Facts & Figures

Vor wenigen Tagen hat das US-Kriegsministerium (DoW) den gemeinsamen, neuen UAP-Bericht von DoW und AARO zum Geschäftsjahr 2025 für die Öffentlichkeit heraus gebracht. Der Bericht selber hat den Stand 30.Mai 2025. Der Bericht hat 13 Seiten Umfang und entspricht in seinem Aufbau den vorherigen UAP-Berichten. Der Berichtszeitraum umfasst den 2. Juni 2024 bis 30. Mai 2025.

Kernaussagen:

  • 319 neue Meldungen im Berichtszeitraum
  • Davon konnten 114 aufgeklärt werden, dazu kommen weitere 256 aufgeklärte Fälle aus früheren Berichtszeiträumen
  • Keine Meldungen über gesundheitliche Auswirkungen
  • Keine Meldungen mit Hinweisen auf Beeinträchtigungen der Flugsicherheit
  • Zwei Meldungen mit Beschreibungen auf elektronische Störungen

» Link zum Fiscal Year 2025 Consolidated Annual Report on Unidentified Anomalous Phenomena, Information Cut Off: May 30, 2025

» Komplette deutsche Übersetzung auf dem GreWi-Blog (unkommentiert)

Nachfolgend einige Auszüge und Zitate aus dem Bericht, entsprechend der Inhaltsgliederung. Am Ende findet sich der Originalbericht.

  

I. EXECUTIVE SUMMARY

Enthält eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse. Demnach sind 319 neue UAP-Meldungen im Berichtszeitraum eingegangen (2. Juni 2024 bis 30. Mai 2025). Davon stammen 284 Meldungen aus dem Berichtszeitraum und 35 Meldungen von außerhalb des Zeitraums. AARO konnte 114 der 319 Meldungen aufklären. Hinzukommen weitere 256 aufgeklärte Fälle aus früheren Zeiträumen. Somit konnten im Berichtszeitraum insgesamt 370 Fälle aufgeklärt werden. Die aufgeklärten Fälle umfassen verschiedene gewöhnliche Objekte, wie Ballons, Flugzeuge, Satelliten, Vögel, unbemannte Luftfahrtsysteme. Hervorgehoben werden neue Fähigkeiten, um Satellitenreflexionen zu identifizieren, was es ermöglichte, 238 gemeldete UAP als solche zu identifizieren.

Keiner der im Berichtszeitraum bei AARO eingegangenen Berichte deutet darauf hin, dass die Beobachter gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten haben, oder dass es Hinweise auf Bedenken der Flugsicherheit gäbe. Zwei Meldungen beschrieben elektronische bzw. avionische Störungen, die auf in der Nähe befindliche UAP in der Nähe zurückgeführt wurden. Allerdings wurde dazu bisher keine Feststellung getroffen, ob die gemeldeten Störungen tatsächlich auf UAP zurückzuführen sind.

Erneut wird darauf hingewiesen, dass es eine Erfassungsverzerrung zugunsten der kontinentalen Vereinigte Staaten, ihrer Küstengewässer und militärischer Einsatzgebiete der USA gibt. Ebenso wird auf einen Mangel an rechtzeitig verfügbaren und verwertbaren Sensordaten hingewiesen, der die Aufklärung von Fällen behindert.

II. SCOPE

Das Kapitel „Scope“ beschreibt den Projektumfang, sowie den Anwendungs- und Geltungsbereich des Berichts und ist eher von formalem Interesse.

III. OVERVIEW OF REPORT

Kapitel III gibt einen Überblick über die eingegangenen Berichte. Hier wird eingangs festgestellt, dass mit Stand 30. Mai 2025 insgesamt 1870 Berichte der AARO vorliegen. Von den 319 Berichten aus dem Berichtszeitraum werden 274 UAP-Meldungen dem Luftraum, 44 dem Weltraum und eine dem maritimen Bereich zugeordnet. 42 Meldungen stammen von Meldungen ziviler Piloten über die FAA.

Keiner der Meldungen aus dem Weltraumbereich stammt von weltraumgestützten Sensoren. 42 Meldungen stammen von Berichten ziviler Piloten über die FAA und zwei weitere von bodengestützten Sensoren des U.S. Space Command. Mit hoher Sicherheit konnten alle dieser Fälle auf Satellitenreflexionen (satellite flaring) zurückgeführt werden, was im Weiteren ausgeführt wird. Es wird dann nochmal auf die 114 aufgeklärten Meldungen eingegangen und dass in drei weiteren Fällen die Schließung empfohlen wird.

Der einzige UAP-Fall im maritimen Bereich betraf eine Meldung von Einheiten der U.S. Navy vor der Küste Virginias. Darin wurden etwa 100 luftgestützte UAP sowie zwei wahrscheinlich unbemannte Oberflächensysteme beschrieben.

191 der 319 Meldungen wurden in das aktive Archiv der AARO überführt, das Fälle mit unzureichenden Daten enthält, die für eine ggf. spätere Aufklärung offen bleiben.

Ein Absatz stellt fest:

Keiner der von der AARO geklärten Fälle deutet auf hochentwickelte Fähigkeiten ausländischer Gegner oder bahnbrechende Technologien in irgendeinem Bereich hin.

Die Betonung auf geklärte Fälle würde nicht ausschließen, dass dies bei den noch ungeklärten Fällen der Fall sein könnte.

Zu den von der FAA erhaltenen Meldungen (21% der insgesamt eingegangenen Meldungen) wird angemerkt, dass diese zwar im Einzelfall weniger umfangreiche Daten enthalten, als die meisten Meldungen des DoW, jedoch einen unschätzbaren Zugang zu einem deutlich größeren Meldeaufkommen potenziell anomaler Vorfälle verschaffen und häufig detailliertere Beschreibungen enthalten.

Eine Abbildung zeigt die Verteilung der abgeschlossenen Fälle und deren Erklärung. Neben dem hohen Anteil an Satelliten, hier das angesprochene Flaring, fällt erneut der sehr hohe Anteil an Ballons auf, vermutlich auch aufgrund der vielfachen, zivilen oder militärischen Verwendung von Ballons.

IV. OVERVIEW OF ANALYSIS AND FINDINGS

Das IV. Kapitel gibt einen Überblick über die Analyse und Ergebnisse der Berichte, die sich in mehrere Abschnitte unterteilen.

A. Gemeldete Morphologien

Hinsichtlich der berichteten Formen wird eine Bestätigung der bisherigen Trends festgestellt, mit einem hohen Anteil an Lichtern (33%), gefolgt von runden oder kugelförmigen Objekten (40%), deren Anteil sich fast verdoppelt hat gegenüber dem Vorjahr. Etwa 24% der gemeldeten Sichtungen enthielten nicht genügend Informationen um Schlussfolgerungen hinsichtlich der Morphologie zu ziehen.

B. Gemeldete Flughöhen luftgestützter UAP

Überwiegend wurden UAP in Höhen zwischen 10.000 und 35.000 Fuß gemeldet. Der Anteil an UAP-Berichten in Höhen über 45.000 Fuß sank deutlich von zuvor 27% auf 4%, was auf eine Erfassungsverzerrung im Vorjahr zurückgeführt wird, wo eine größere Anzahl an FAA-Meldungen in großen Höhen überwog, von denen viele als Satellitenreflexionen aufgeklärt werden konnten.

C. Bemerkenswerte Trends bei gewöhnlichen Objekten

Als aktuelle Trends werden zum Einen erneut die häufigen Satelitenreflexionen angeführt, die teils auch als sich bewegende „Lichtkugeln“ (Orbs) beschrieben werden, sowie zum Anderen Ballons unterschiedlichster Art, die eine große Anzahl der gemeldeten Sichtungen verursachen. Hierzu wird auf umfassende Möglichkeiten hingewiesen, Ballons anhand von Full Motion Video oder der Analyse von Standbildern zu identifizieren.

D. Flugsicherheitsfragen

Hinsichtlich einer Gefährdung der Flugsicherheit gingen keine Meldungen ein, die darauf hindeuten.

E. Meldungen in oder nahe gesperrtem Luftraum oder kritischer Infrastruktur

Im Zusammenhang von Meldungen von UAP in der Nähe von militärischen Einrichtungen wird erwähnt, dass einige dieser Berichte auf Phänomene (hindeuten), deren Leistungsmerkmale den bekannten Stand der Technik in dem jeweiligen Bereich übertreffen. Diesen Meldungen lagen jedoch keine technischen Daten bei. Sollten sich diese Berichte bestätigen, könnten die zugrunde liegenden Phänomene einen derzeit nicht entschärften Bedrohungsvektor darstellen.“

Ferner werden zwei Meldungen erwähnt, die mit elektronischen bzw. avionischen Störungen einhergingen, bei denen aber noch unklar ist, inwieweit diese Auswirkungen tatsächlich auf UAP zurückzuführen sind.

F. Beobachtungen unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS) in der Nähe nuklearer Infrastruktur, Waffen und Startanlagen der Vereinigten Staaten

Insgesamt gibt es 50 Meldungen über Vorfälle mit UAS in der Nähe solcher Anlagen, was einer Zunahme um knapp 178% entspricht. Keiner dieser Vorfälle wurde als UAP gemeldet. Im Weiteren werden diese Meldungen weiter ausgeführt und als Drohnen unterschiedlicher Bauart beschrieben.

G. Bergung oder Nutzung von UAP

Der Bericht stellt fest, dass es keine Hinweise darauf (gibt), dass eine Stelle der Regierung der Vereinigten Staaten (USG) oder eine private Einrichtung jemals von UAP stammendes Material geborgen oder genutzt hat.“ Man entwickle aber ein Verfahren für den Fall, dass derartiges Material in Besitz gelangen sollte.

H. Gemeldete gesundheitliche oder physiologische Auswirkungen von UAP-Vorfällen

Dazu wird festgestellt, dass bislang keine UAP-Meldung eingingen, in deren Zusammenhang gesundheitliche Beeinträchtigungen angegeben wurden.

V. ENGAGEMENT, ROLES, RESPONSIBILITIES, AND REPORTING

Dieses Kapitel beschreibt Zuständigkeiten, Unterstützung bei diversen Analysen und die Berichterstattung. Hervorzuheben ist hier der eingeführte sichere und autorisierte Meldemechanismus, dieser „ermöglicht und ermutigt Personen, die behaupten, über Ersthandkenntnisse eines UAP-bezogenen Programms oder einer entsprechenden Aktivität

der US-Regierung (USG) seit dem Jahr 1945 zu verfügen, Informationen an AARO zu übermitteln“. Im Berichtsjahr kontaktierten 262 Personen AARO über diesen Meldemechanismus.

VI. AARO PROGRAM UPDATES

Das vorletzte Kapitel beschreibt Aktualisierungen hinsichtlich Prozessen, Werkzeugen und Methoden zur Erfassung und Analyse von UAP-Vorfällen. Dazu werden neue Werkzeuge und analytische Fähigkeiten erwähnt, ebenso wie der Einsatz von diversen Sensorkapazitäten. Ferner werden Bemühungen erwähnt, ein breites Publikum einzubeziehen und die Veröffentlichung von Fallauflösungen und diversen Material auf deren Website. Ferner wurde ein „Electronic Freedom of Information Act (E-FOIA) Reading Room“ eingerichtet, mit Dokumenten im Zusammenhang mit AARO.

VII. WAY FORWARD

Das letzte Kapitel gibt dann einen Ausblick auf das weitere Vorgehen, das den Aufbau weiterer Partnerschaften und eine mehrjährige Investitionsstrategie umfasst, um „Fähigkeiten zur Echtzeit-Erkennung und Identifizierung von UAP bereitzustellen (d. h. Bereichserfassung/Domain Awareness)“.

Mit einem Glossar schließt der Bericht.

  

Dieser zweite Bericht unter der AARO-Führung von Direktor Jan Kosloski steht ganz in der Tradition der bisherigen Berichte, die sich durch realitätsnahe Sachlichkeit auszeichnen, ohne Spekulationen oder nebulöse Andeutungen, wie es sonst ja leider oft an der Tagesordnung ist.

Die Berichte zeigen vielfach auch Erkenntnisse, die auch aus der wissenschaftlich orientierten, privaten UFO-Forschung bekannt sind, wie diverse Fehlinterpretationen, technische Einschränkungen, das Problem unzureichender Daten und den geringen Prozentsatz ungeklärter Fälle mit guter Datenlage. In diesem Bericht fehlt die Anmerkung zu fehlenden Hinweisen auf außerirdischen Aktivitäten, was sich aber aus den gegebenen Informationen ergibt. Auch sonst zeigt sich eine Diskrepanz zwischen dem, was in Teilen der UFO/UAP-Community regelmäßig in Sachen Geheimhaltung, angeblichen UFO-Abstürzen, außerirdischen Aktivitäten oder „Non-Human Intelligence“ (NHI, neue Umschreibung für Aliens und andere Entitäten) behauptet und dem, was in diesen Berichten aber auch der aktuellen UAP-Aktenfreigabe dokumentiert wird. Insofern dürfte weiterhin das Meme der „Geheimhaltung der wirklichen Beweise“ Bestand haben.

Hier der Originalbericht zum Durchlesen

Neue Blogbeiträge

UAP-Bericht 2025 der AARO, Facts & Figures

Zum Beitrag

UFO/UAP-Akten der USA - Release 4

Zum Beitrag

UFO/UAP-Akten der USA - Release 3

Zum Beitrag

Suche nach Technosignaturen bei 3I/ATLAS

Zum Beitrag

Aktualisierte Protokolle für den Erstkontakt

Zum Beitrag

UFO/UAP-Akten der USA - Release 2

Zum Beitrag

UFO/UAP-Akten-Freigabe der USA

Zum Beitrag

Über 1.000 UFO-Sichtungen in Kanada 2025

Zum Beitrag

UFO/UAP-Jahresstatistiken 2025

Zum Beitrag

2. Aufl. zur UFO-Bibliografie erschienen

Zum Beitrag

Über

  ufoinfo.de bietet grundlegende Informationen zum UFO/UAP-Phänomen und dessen Untersuchung. Ferner liegt ein Schwerpunkt auf Forschungen zu psychologischen Implikationen zu UAP. Grundlage ist ein offener und wissenschaftlich-kritischer Ansatz.

Etwas Ungewöhnliches gesehen?

Auf der Infoseite mit häufigen und typischen Auslösern von UFO-Meldungen finden Sie vielleicht schon eine Lösung. Ansonsten finden Sie auf der Meldestellenseite Kontaktmöglichkeiten, um Ihre Sichtung zu melden und kompetent beurteilen zu lassen.

» INFOSEITE ÜBER LICHTER AM HIMMEL« 

» UFO/UAP-SICHTUNG MELDEN «

Social Media