Polarlichter am Himmel

Polarlichter faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden. Erstmals beschrieben im Jahr 567 v. Chr. glaubten die Menschen früher an göttliche Botschaften am Himmel. Heute wissen wir, dass die benötigte Energie für das Entstehen von Polarlichtern aus Emissionen der Sonne stammen. Sie entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen. Unser Erdmagnetfeld schützt uns vor der direkten Einstrahlung und lenkt die geladenen Teilchen zu den Polen im Norden und Süden ab. Dort ionisieren sie in der Erdatmosphäre und erzeugen ein wahrhaft fantastisches Naturschauspiel meist oberhalb des Nordpolarkreises bzw. unterhalb des Südpolarkreises. Nur sehr selten gelangen visuell wahrnehmbare Polarlichter auch in unsere Breitengrade nach Mitteleuropa.

Dennis Kirstein von ufo-information.de bereiste Ende November die Region nördlich des Nordpolarkreises, um das Nordkap in Norwegen herum, und schaute sich das Naturschauspiel an: "Als Hobby-Natur- und Astrofotograf war das Polarlicht immer ganz oben auf meiner Wunschliste. Deshalb reizte mich diese Reise in den hohen Norden sehr und ich hoffte wenigstens ein Mal das Polarlicht sehen und vielleicht sogar fotografieren zu können. Am Ende waren es 6 Nächte hintereinander, in denen das Licht über der See auftauchte. Eines schöner als das andere. Es entstanden Hunderte von Fotos in allen Farben und Formen. Man kann sagen, die Reise war ein voller Erfolg. Aber nicht nur wegen den Polarlichtern, sondern auch wegen der einzigartigen Küstenlandschaft Norwegens."

Eine allgemeine Erklärung wie sich das Polarlicht am Himmel darstellt, kann Dennis nicht geben. "Ich hatte zuvor noch nie ein Polarlicht live gesehen. Als wir es dann vom Schiff aus zum ersten Mal sahen, dachte ich zunächst an eine helle Wolke am Nachthimmel. Ich fotografierte sie und erkannte auf dem Foto sofort das Grün. Das konnte also keine Wolke gewesen sein. Sekündlich wurde die Wolke immer heller und aus dem zunächst nur hellen Fleck wurde auch visuell ein intensives Grün. Auf dem Schiff wurde sofort der Polarlichtalarm ausgerufen und alle strömten an Deck. Es stand direkt über dem Schiff und zog ein Band bis weit hinter den Horizont. Es war recht starr am Himmel und erinnerte mich an eine Schleierwolke, nur eben in einem Grünton. Außerdem wechselte die Intensität des Leuchtens von Sekunde zu Sekunde. Dennoch würde ich es am ehesten mit einer leuchtenden Wolke beschreiben. Ganz anders dagegen war ein Polarlicht was uns früh morgens um 6 Uhr ebenfalls via Alarm aus dem Schlaf riss. Binnen weniger Minuten stand ich winterfest und mit meiner Kameraausrüstung auf Deck. Dieses Polarlicht war vollkommen anders. Vielleicht lag es an der klirrenden Kälte und dem schon blauen Himmel. Auf jeden Fall glitzerte der Himmel förmlich in grün und lila. Das hier war keine gemächlich dahin ziehende Wolke, dass hier war Rock´n Roll am Himmel, ein wahres Feuerwerk. Also solches würde ich es auch beschreiben. Wie wenn eine Feuerwerksrakete am Himmel explodiert, nur dass dies hier kein einmaliger Effekt war, sondern der Himmel über viele Minuten so glitzerte."

Eine Auswahl der schönsten Fotos der Reise haben wir euch nachfolgend zusammen gestellt.

Werner Walter verstorben!

Völlig unerwartet erhielten wir die erschütternde Nachricht, dass der langjährige UFO-Forscher und Skeptiker Werner Walter überraschend am 07.11. nach einer OP noch im Krankenhaus im Alter von 59 Jahren verstorben ist.

Er war einer der Pioniere der kritischen, privaten UFO-Forschung der Nach-DUIST-Ära und 1976 Mitbegründer des Centralen Erforschungsnetzes Außergewöhnlicher Himmels-Phänomene in Mannheim, kurz CENAP. Er hat sich stets der Aufklärung und der intensiven Fall-Recherche verschrieben und hat der hiesigen UFO-Szene der früheren Jahre insbesondere durch umfangreiche Übersetzungen internationale Fälle zugänglich gemacht, so dass er von Weggefährten schon früh als "wandelndes UFO-Lexikon" bezeichnet wurde. Er war ein streitbarer aber dabei auch immer offener und ehrlicher Mensch.

2014 hat er sich, auch gesundheitsbedingt, aus der aktiven UFO-Szene weitgehend zurückgezogen.

Ein fotodokumentatorischer Abriss seiner Zeit als UFO-Forscher findet sich auf dem CENAP-Blog von Hansjürgen Köhler.

Ein ausführlicher Nachruf findet sich auch auf dem GWUP-Blog.

Mittlerweile auch in den Medien:
OnlineZeitung24
Südwest Presse - Reutlinger Nachrichten
derStandard.at
Hit Radio FFH

 

Update:

Am 14.12.2016 fand auf dem Hauptfriedhof Ludwigshafen eine kleine Trauerfeier mit anschließender Beisetzung von Werner Walter statt. Dazu waren einige langjährige Forscherkollegen vor Ort. Darunter auch Hans-Werner Peiniger, der für die GEP ein eigenes Gesteck spendierte wofür ihm Hansjürgen Köhler vom CENAP ausdrücklich dankte.

Im Anschluss fand man sich im Kollegenkreis noch zu einem ausgiebigem Gedankenaustausch zusammen, was von allen Beteiligten als positiv angesehen wurde. Es zeigt sich, dass persönliche Gespräche auch im allseits vernetzten Zeitalter durch nichts zu ersetzen sind.

Ein UFO vor 300 Jahren?

Von Ulrich Magin

Zur Zeit macht eine scheinbar sensationelle Meldung die Runde im Internet: Da gibt es ein Buch aus dem Jahr 1716, das eine fliegende Untertasse zeigt. Es handelt sich um eine Abhandlung des Mathematikers Johann Caspar Funck mit dem Titel: Joh. Casp. Funcsii: Liber de Coloribus Coeli und ist in Ulm erschienen.

In der Tat sieht das, was dort im Himmel dargestellt wird, wie eine moderne Untertasse aus. So liest man im Internet: „Die fliegende Untertasse wird gezeigt, als sie aus den Wolken kommt ...“

Wer sich die Abbildung allerdings genauer ansieht, der kann über der „Untertasse“ lesen: „Ps. 84. v. 12“ – und ein Bibelkundiger muss dann nur noch unter dieser Quellenangabe nachsehen. In Psalm 84, Vers 12, steht: „Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre: er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.“ (Lutherbibel, 1912)

Dargestellt ist also Gott in Form von Schild und Sonne, und keine Untertasse. Wieder zeigt sich – wer alte Illustrationen mit modernen Augen betrachtet ... geht fehl!

Anmerkung von ui.de:
Leider kein Einzlfall. Solche historischen Illustrationen machen seit jeher die Runde in der UFO-Szene, ebenso wie in der Paläo-SETI, und werden oftmals mit unserem heutigen Verständnis und typischen Klischees interpretiert, losgelöst vom historischen Kontext.

Ein weiteres, bekanntes Beispiel und ein Klassiker dazu ist die Illustration der "UFOs über Nürnberg" von 1566. Auch damit hat sich der Autor Ulrich Magin ausführlich auseinandergesetzt, zu lesen hier.

Galileo UFO-Beitrag mit der GEP

Am 27. Mai gab es innerhalb der Pro7-Reihe Galileo einen Beitrag mit dem Titel "Sind UFOs wirklich nur Hirngespinste?" in dem die Forschungsgruppe GEP und deren Arbeit unter Beteiligung von Hans-Werner Peiniger und André Kramer vorgestellt wurde.
Werbetext auf der Galileo-Homepage: "Allein in Deutschland werden jährlich hunderte von unbekannten Flugobjekten gesichtet. In Nordrhein-Westfalen gibt es sogar eine Einrichtung, in der Forscher versuchen, diesen mysteriösen Sichtungen auf den Grund zu gehen."

Der Beitrag kann derzeit noch auf der Pro7-Seite von Galileo abgerufen werden.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass es eine neutrale und sachliche Berichterstattung war. Weder das Phänomen als solches, noch die Personen, die sich damit befassen, wurden ins Lächerliche gezogen. Peiniger und Kramer gelang es, die sachlich-kritische Forschung bzw. Fall-Untersuchung und ihre Arbeit gut darzustellen. Als Beispiel für deren derzeit ungeklärten Fälle wurde die ältere Sichtung zweier Polizeibeamten vor Ort vorgestellt, bei der andere kritische Untersucher jedoch eine Fehldeutung eines Hubschraubers in Betracht ziehen.

Unvermeidlich bei derartigen Beiträgen ist die Bezugnahme auf Außerirdische, aus der allgemeinen UFO-Folklore heraus, mit der man als kritischer Untersucher entsprechend umgehen und auf den nicht unbedingt notwendigen Zusammenhang hinweisen muss.

Bei der endgültigen Schnittfassung und der Off-Kommentierung fielen dann noch einige kleinere Dinge auf, die leider auch zeigen, dass Reportagen zu solchen Themen vielleicht nicht immer mit der letzten Sorgfalt durchgeführt werden und manches nicht richtig verstanden oder falsch wiedergegeben bzw. zusammengefasst wird. Diese Erfahrung haben allerdings auch viele Kollegen gemacht, die an derartigen Sendungen schon mitgewirkt haben.
Die Aussage, dass es in unserem Sonnensystem außer der Erde keine weiteren erdähnlichen Planeten gäbe, zeigt auch die mangelnde Recherche in grundlegenden Themen. Ein Blick in Wikipedia genügt, um zu wissen, dass es neben der Erde noch drei weitere erdähnliche (terrestrische) Planeten gibt (Merkur, Venus und Mars).

Auch das Fazit, dass es am Ende doch eine Glaubensfrage sei, stieß in Kollegenkreisen auf berechtigte Kritik. Zwar kann man an Außerirdische glauben oder nicht, aber das UFO-Phänomen ist in erster Linie eine Frage des Forschens und der Gewinnung von Erkenntnissen, derer es mittlerweile schon eine ganze Reihe gibt.

Trotz der, eher kleineren, Kritikpunkte bleibt es es im Ganzen ein positiver Beitrag, der die kritische Forschung näherbrachte.

Interview mit Xavier Passot (GEIPAN)

Anlässlich des Ruhestands von Xavier Passot, dem ehemaligen Leiter der GEIPAN (UFO-Abteilung des französischen Weltraumzentrums CNES), konnte Ole Henningsen von der dänischen Gruppe SUFOI ein Interview mit ihm führen, welches wir hier mit freundlicher Genehmigung wiedergeben. Für die Übersetzung ins deutsche danken wir Ulrich Magin.

Interview mit Xavier Passot im April 2016
Von Ole Henningsen, SUFOI, www.ufo.dk

Xavier Passot, der Leiter der UFO-Abteilung des Französischen Weltraumzentrums, geht in Pension:
Von den „identifizierten“ UFO Meldungen lernen ...

Während einer Reise in den Süden Frankreichs hatte ich 2012 die Möglichkeit, die „Weltraumstadt“ Cité de l'Espace in Toulouse zu besuchen. Nachdem ich durch die großen und aufregenden Ausstellungen gegangen war, die eine unglaubliche Masse an Informationen über Astronomie und den Weltraum bieten, sah ich urplötzlich ein Schild neben einem Raum, das augenblicklich meine Aufmerksamkeit erregte … ein Forschungsbüro für unbekannte Phänomene!

Das war natürlich für einen alten Weltraum. und UFO-Enthusiasten wie mich besonders unerwartet und interessant.

GEIPAN, Groupe d'études et d'informations sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés, ist die UFO-Ermittlungsgruppe, die zum CNES gehört, dem Centre National d'Etudes Spatiales, dem staatlichen französischen Weltraum-Zentrum in Toulouse. Ihr Leiter ist Xavier Passot.

Ich hatte mit Xavier Passot E-Mails ausgetauscht, und gerade als ich die UFO-Ausstellung verließ, klingelte mein Handy. Am Telefon war Xavier Passot, der eben aus dem Urlaub zurückgekehrt war und mich zu einem Treffen mit französischen UFO-Forschern am selben Abend einlud. Leider konnte ich aus Zeitmangel nicht teilnehmen, wir trafen uns aber eine Stunde später am Eingang zum CNES, um Ideen auszutauschen.

Xavier Passot geht nun Ende April 2016 in den Ruhestand. Ich befragte ihn über seine Erfahrungen als Leiter der Groupe d'études et d'informations sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés.

 

Welche Ausbildung haben Sie und an welchen Stellen haben Sie früher gearbeitet?

Ich bin ausgebildeter Informatiker (1976). 1983 kam ich zur CNES, davor hatte ich zuerst in einem kleinen Software-Unternehmen gearbeitet und danach bei Hewlett-Packard. Bei CNES, war ich verantwortlich für mehrere Satelliten-Überwachungen und Steuerungs-Subsysteme (an Bord und am Boden) und für die Entwicklung des VEGETATION-Bildverarbeitungszentrums (VEGETATION ist ein Erdbeobachtungsinstrument in den Sonden SPOT4 und SPOT5).

Im Februar 2007 wurde ich als Leiter der CNES-Teams, das die Datenverarbeitung besorgte, ein Mitglied Gaia-Projekts der europäischen ESA (der Astrometriesatellit startete Ende 2013).

Leiter der GEIPAN wurde ich im Juli 2011.

 

Ihrer Meinung nach: Was qualifizierte Sie dazu, den Vorsitz der GEIPAN in der CNES zu übernehmen?

Man nahm mich, weil ich – wie viele andere CNES-Ingenieure auch – über breite Kenntnisse über Weltraumsysteme verfügte, weil man mich als Pragmatiker sah und weil ich große Erfahrung als Amateurastronom und Hobbyfotograf hatte.

 

Haben Sie sich aus eigenem Antrieb auf die Stelle beworben oder wurden Sie gebeten, sich um die Leitung der GEIPAN zu bemühen?

Ich hatte mich schon drei Jahre vorher beworben. Ich hatte auch daran gedacht, mich zu bewerben, hielt es aber nicht für richtig, das Gaia-Projekt bereits nach einem Jahr zu verlassen.

 

Hatten Sie sich schon vorher mit UFOs beschäftigt? Wenn ja, wie?

Wie bei vielen Ufologen beginnt auch meine Geschichte im Teenager-Alter in den 1960ern: Mein Vater und meine Mutter stritten häufig und heftig über UFOs. Meine Mutter glaubte an Besucher aus dem All, mein Vater blieb skeptisch. Während der UFO-Wellt 1954 war mein älterer Bruder einer der Augenzeugen.

 

Welche Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen hatten Sie, als Sie die Stelle antraten?

So wie in meiner Jugend glaubte ich nach wie vor, die Wissenschaft könnte das Rätsel lösen. Dazu würde ich dann meinen Beitrag leisten.

Und ich hoffte, in den Archiven der GEIPAN bedeutende Dokumente zu finden, die mir den Beweis liefern würden – oder zumindest Hinweise.

 

In welchem Maße konnten Sie in den Jahren als Leiter Ihre Vorstellungen und Erwartungen verwirklichen?

Die Wissenschaft trug zur Lösung vieler Fälle bei, aber es gab dann immer nur einfache Erklärungen wie Boliden, Kugelblitze, Planeten und Sterne – und hauptsächlich die Psychologie unseres Sehsinns.

Letztendlich entdeckte ich ein paar Dokumente, die „geheim“ gestempelt waren, doch dabei handelte es sich um ganz gewöhnliche Sichtungsmeldungen von Planeten, dem Mond oder Boliden. Sie waren nur deshalb „geheim“, weil die Regierung in den 1950er-Jahren hinter manchen UFO-Meldungen Überflüge fremder Regierungen vermutete und deshalb UFO-Meldungen generell als „geheim“ einstufte.

 

Wie haben Sie selbst in Ihrer Zeit die Arbeit der GEIPAN beeinflusst? Was hat sich bei GEIPAN in Ihrer Zeit als Leiter dort verändert?

Mein Einfluss war wie folgt:

  • Ich wollte alle Sichtungsmeldungen bearbeiten, ob geklärt oder ungeklärt. Wie die meisten Ufologen hatten sich die bisherigen Leiter der GEIPAN auf die ungeklärten Fälle konzentriert, aber das ergibt eine falsche Sicht auf das Phänomen UFO. Man lernt mehr, wenn man eine Erklärung findet, als wenn man etwas nur als „unidentifiziert“ bewertet. Einige Sichtungsberichte von Venus, Mond, Feuerkugeln, Weltraummüll, Re-Entry oder „Thai-Laternen“ zeigen deutlich, wie unzuverlässig und beeinflussbar Augenzeugenberichte sind.
  • Ich organisierte das Team der privaten GEIPAN-Falluntersucher neu. Ich reduzierte die Mannschaft von vorher 100 auf nur noch 20 Vor-Ort-Untersucher. Ich übernahm nur die zuverlässigsten und am besten Ausgebildeten.
  • Ich organisierte den CAIPAN-Workshop mit 100 Gästen: Ufologen, Wissenschaftler und öffentliche Institute (Armee).
  • Ich ließ die Fälle der Welle von 1954 veröffentlichen.

 

Ich erinnere mich, dass wir während unseres kurzen Treffens am Eingang zur CNES, als wir ein paar Fotos machten, darüber sprachen, dass die meisten Fälle, die bei der GEIPAN eingingen, eine ganz natürliche Erklärung hatten und zudem sehr leicht zu identifizieren waren.

 

Wurden in Ihrer Zeit als Leiter der GEIPAN komplexe Fälle gemeldet, die auch nach einer gründlichen und kompetenten Untersuchung nicht erklärt werden konnten, und die daher nach wie vor in den Unterlagen als „unidentifiziert“ geführt werden?

Seit2011 klassifizierte ich 40 Fälle als „unidentifiziert“. Aber sie gleichen sich untereinander kaum, keiner davon ist besonders seltsam: Es sind immer nur kleine Lichter weit weg am Himmel mit (in den meisten Fällen) einem einzigen Zeugen.

 

Über den COMETA-Bericht wird seit Jahren gestritten. Was ist Ihre private Meinung über den COMETA-Bericht? Was sagen Sie über den Autor oder zu den Schlussfolgerungen des Berichts?

Die COMETA-Mannschaft hat viele berühmte Sichtungsberichte analysiert. Davon sind einige mittlerweile erklärt, sie sind zumindest schwach. Die Schlussfolgerung, die ET-Hypothese sei zu bevorzugen, ist natürlich nur eine Meinung, sie kann auch in Bezug auf andere Grunderklärungen (schlechte Einschätzung von Geschwindigkeit oder Entfernung, Naturphänomene, Halluzinationen, Schwindel …) gar nicht gerechtfertigt werden. Die ET-Hypothese ist nur eine Annahme, eine unter mehreren. Man sollte sie nicht als umfassende Erklärung betrachten, so wie die Götter der Antike.

 

Was glauben Sie steckt hinter den möglicherweise unidentifizierten französischen – und anderen – UFO-Erscheinungen? Was glauben Sie persönlich?

Ich habe so meine Gedanken zu einigen der berühmten französischen Fälle, aber dabei handelt es sich immer nur um meine eigene Meinung, die nicht bewiesen ist, also schweige ich da lieber!

Sagen wir einfach, sie sind „unidentifiziert“, bis jemand ihren Ursprung klären kann.

 

Als Leiter der GEIPAN wurden Sie für Transparenz und Offenheit bekannt. Was können Sie über die Zusammenarbeit mit französischen und internationalen Forschern sagen, wenn es um UFOs geht.

Ich will meine Erkenntnisse teilen und deutlich machen, dass bei der GEIPAN nichts geheim bleibt außer den Namen der Augenzeugen. Ich wollte so viele Dokumente wie möglich veröffentlichen. Die privaten Untersucher der GEIPAN können sogar noch mehr Dokumente mit der GEIPAN teilen.

Ich lud immer wieder Ufologen zur GEIPAN ein, wir haben routinemäßig mit CISU und COBEPS zusammengearbeitet, wenn es um Methoden oder einige wichtige Sichtungsfälle ging, etwa bei Boliden.

Können Sie ein paar Worte über den CAIPAN-Workshop sagen?

Da zitiere ich aus meiner Einführung zum Workshop:

„Die wissenschaftliche Untersuchung unidentifizierte aeroräumlicher Phänomene (UAP) benötigt die Sammlung belastbarer Grundinformationen in ausreichender Menge. Die Grundlage sind Augenzeugenberichte, diese jedoch sind subjektiv und oft ungenau, sie werden von Gefühlen beeinflusst, von persönlichen Überzeugungen und von Wahrnehmungsfehlern. Materielle Informationen (Messungen, Proben etc.) sind viel zu selten vorhanden, die Fotos und Videos, die die Forscher jedes Jahr erhalten, sind von schlechtester Qualität. Eine rationale, wissenschaftliche Ufologie benötigt bessere Daten und bessere Analysemethoden.

Das Ziel dieses von der GEIPAN organisierten internationalen Workshops liegt darin, Methoden, Handwerkszeug und Erfahrungen unter Leuten auszutauschen, die über praktische und spezifische Kenntnisse der Analyse seltener und unvorhersagbarer Phänomene verfügen, seien es nun natürliche oder künstliche (unidentifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene, Blitze, Boliden u.s.w.).“

Wenn wir nicht darüber streiten, ob wir es mit Außerirdischen zu tun haben oder nicht, können wir ganz ruhig darüber reden, wie wir Berichte über angebliche UFOs und die damit verbundenen Daten verbessern können.

Jacques Vallée beendete den Workshop. Es sei ein „wahr gewordener Traum“. Es trafen sich Wissenschaftler, Ufologen und die Armee.

Um das zur erreichen, musste die Frage nach ET ausgeklammert werden.

 

Ich nehme an, dass Sie Ihre Arbeit bei GEIPAN aufgrund Ihres Alters beenden? Und ich frage mich, ob Sie sich auch nach Ihrer Pensionierung mit UFOs beschäftigen werden.

Ja, ich bin 62 und darf deshalb in Rente gehen. Ich habe dann mehr Zeit für meine Hobbys, die Fotografie, die Astronomie, Rudern, Natur …

Ich habe mit einem Buch begonnen, „Das UFO-Phänomen verstehen“, das Anfang 2017 herauskommen soll.

Danach werde ich mich wohl nicht mehr mit UFOs beschäftigen, es sei denn, ich begegne einem ;-)

 

Gibt es noch etwas, was Sie den Lesern mit auf den Weg geben wollen, die sich für die Untersuchung menschlicher Erfahrungen mit UFOs interessieren und die Entwicklungen verfolgen?

Ich empfehle allen Ufologen: Gebt euch nicht damit zufrieden, unidentifizierte Phänomene zu untersuchen, sondern betrachtet euch genau die identifizierten Meldungen. Dann werden ihr das Ganze mit neuen Augen sehen. Auch schärft das eure Fähigkeit, die wirklich Unidentifizierten zu analysieren.

 

Gibt es sonst noch etwas, was Sie in diesem Interview sagen wollen?

Meine Arbeit als Leiter der GEIPAN war eine aufregende Zeit. Ich lernte so viele neue Bereiche kennen (Astronomie, Luftfahrt, Psychologie, sogar Ornithologie, fliegende Spielzeuge ... darunter verstehe ich Drohnen, ferngelenkte Modellflugzeige, Drachen, Solarzeppeline, Heliumballone, Heliumballone mit Led-Lichtern, Modellheißluftballone, Zeppeline …. Die Liste wächst ja täglich) und traf ganz besondere Menschen.

Leider erlaubten es mir meine organisatorischen Aufgaben nicht, mich mit einer Reihe von bestimmten Themen genauer zu beschäftigen, zum Beispiel Nachuntersuchungen klassischer Sichtungen.

Ganz besonders ärgerte mich, das ich immer wieder der Lüge und des Cover-Ups bezichtigt wurde, zum Glück muss ich mich nun mit solchen Verschwörungstheorien nicht mehr auseinandersetzen.

Jetzt habe ich eine veränderte Sicht auf die Natur des Menschen, und ich lese gerade die klassischen griechischen Philosophen, um zu verstehen, wer wir sind!

 

Information über GEIPAN, CAIPAN, COMETA und CNES:
COMETA-Bericht auf französisch und englisch
http://www.sufoi.dk/ufo-mails/um-2007/um07-080.php
http://www.sufoi.dk/ufo-mails/um-2007/um07-084.php
http://www.sufoi.dk/ufo-mails/um-2012/um12-152.php
https://cnes.fr/fr
http://www.geipan.fr/index.php?id=206
http://www.geipan.fr/index.php?id=212
http://www.geipan.fr/index.php?

Quelle:
Ole Henningsen, http://www.123hjemmeside.dk/oleh/427191871

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