Deutschlands größtes UFO Archiv online

Wir haben nach 4-jähriger Arbeit das Projekt an Deutschlands größtem UFO Archiv abgeschlossen. Von nun an finden Interessierte auf ufo-information.de das so genannte „CENAP Report Archiv“, welches die gesamte Historie des UFO Phänomens mit Beginn des Kalten Krieges bis in die Neuzeit abdeckt und kritisch hinterfragt.

Direktlink zum Archiv: CENAP-Report Archiv

Der „CENAP Report“ war ein deutschsprachiges Magazin welches sich von 1976 bis 2007 kritisch mit dem UFO Phänomen und den daran beteiligten selbst ernannten Forschern und Buchautoren auseinander gesetzt hat. In den 31 Jahren sind so 305 Ausgaben mit insgesamt mehr als 13.800 Seiten an Informationen rund um einen der größten Mythen der Popkultur entstanden. Die nun in digitaler Form kostenfrei zur Verfügung stehenden Ausgaben decken das gesamte Themenspektrum ab. So werden weltberühmte Mythen wie der angebliche UFO Absturz bei Roswell 1947 oder die geheime Militärbasis Area 51 ebenso rational erklärt, wie bspw. Deutschlands berühmtester UFO Vorfall der Lichterformationen über Greifswald 1990. Klassiker wie die fliegenden Dreiecke über Belgien, das UFO Entführungsphänomen oder angebliche Nazi-Flugscheiben finden in diesem Archiv ebenso eine rationalen Erklärung wie UFO Sichtungsfälle aus Deutschland der letzten sieben Jahrzehnte.

„Als wir 2014 mit der Digitalisierung begannen, ahnten wir nicht, dass sich das Projekt vier Jahre bis zu seiner Fertigstellung hinziehen würde. Umso mehr freut es uns nun dieses einzigartige Archiv und Lebenswerk von Deutschlands bekanntestem UFO Phänomen Enthüller, Werner Walter, für alle Interessierte an paranormalen Phänomenen weit über das UFO Phänomen hinaus, bereit stellen zu können“, sagt Dennis Kirstein von ufo-information.de.

In den Monaten nach dem Projektstart sind die ersten 160 Ausgaben digitalisiert und online gestellt worden. In Zusammenarbeit mit dem schwedischen AFU (Archives for the Unexplained) wurde in den Folgejahren die zweite Hälfte des Archivs digitalisiert. So sind alle Ausgaben auch auf der schwedischen Webseite der AFU mittlerweile verfügbar. Auf ufo-information.de gibt es zusätzlich zum Download noch das jeweilige Titelbild sowie eine stichwortartige Inhaltsangabe jeder Ausgabe damit Suchende nach bestimmten Themen schneller ans Ziel finden. So wurde das Archiv seit seiner Entstehung 2014 bis heute (Dezember 2018) bereits knapp 45.000 mal von Interessierten in Anspruch genommen. "Es ist schön zu sehen, dass die jahrzehntelange Arbeit von Werner Walter und seinen Mitstreitern weiterlebt und noch von heutigen Interessierten am Phänomen genutzt wird", so Dennis Kirstein.

Werner Walter, früherer Herausgeber des „CENAP Report“, Leiter der deutschen UFO Meldestelle und bekannt aus Presse und TV, ist 2016, vor Vollendung des Archivs, überraschend verstorben. Das UFO Archiv ist sein Lebenswerk aus vier Jahrzehnten kritischer Untersuchung des UFO Phänomens.


NASA-Forscher fordert UFO-Forschung bei SETI

Der NASA-Wissenschaftler Silvano P. Colombano, studierter Biophysiker und Informatiker am Ames Research Center der NASA in Moffet Field, sogte dieser Tage mit einem Weißbuch ("White Paper") für Aufregung, das den Titel "New Assumptions to Guide SETI Research" trägt, auf Deutsch etwa: "Neue Ansätze als Leitfaden der SETI-Forschung". Darin fordert er, angesichts unseres aktuellen Verständnisses über das Alter von Planetensystemen, die möglicherweise Leben hervorbringen könnten, die Abkehr von einigen bisher bevorzugten Vorstellungen über außerirdisches Leben und außerirdische Intelligenz und formuliert verschiedene Punkte als Empfehlung für einen neuen, "aggressiveren" Ansatz in der SETI-Forschung.

Das 1 1/2-seitige Papier kann über den Technical Report Server der NASA heruntergeladen werden.


Logo zum SETI Workshop "Decoding Alien Intelligence" (Quelle: SETI)


Was steht in dem Papier?

Als Hintergrund führt Colombano jüngste Entdeckungen des Kepler-Weltraumteleskops an, das Planetensysteme mit einem Alter bis zu 11,2 Mrd Jahre identifizert hat. "In Anbetracht dessen, dass unser eigenes Sonnensystem erst knapp 4,5 Mrd. Jahre alt ist, könnten erdähnliche Planeten existieren, die bis zu 6 Mrd. Jahre älter sind. Berücksichtigt man weiter, dass unsere eigene technologische Entwicklung erst vor knapp 10.000 Jahren begonnen hat, und wissenschaftliche Methoden gerade einmal vor knapp 500 Jahren entstanden, so können wir uns nur schwer vorstellen, wohin unsere eigene technologische Entwicklung innerhalb der nächsten 1.000 Jahre führt, geschweige denn, wie diese nach dem 6-Millionenfachen dieser Zeit aussehen würde."

Angesichts dieser Zahlen müssen wir, so Colombano, unsere liebsten Vorstellungen überprüfen. Dazu zählt er vier Prämissen auf, die seiner Ansicht nach revidiert werden müssen. Die nachfolgenden Ausführungen übersetzen wir aus dem genannten Papier:

"1. Interstellares Reisen ist unmöglich oder sehr unwahrscheinlich.
Entfernungen und Energiebedarf sind eindeutig unüberwindbare Probleme für unsere derzeit verfügbaren Technologien und unser gegenwärtiges Verständnis der Physik, noch sind wir in der Lage, Möglichkeiten für ein größeres Verständnis und die Kontrolle von Materie-Energie und Raumzeit zu ergründen. Selbst wenn die Lichtgeschwindigkeit weiterhin eine ungebrochene Barriere bleibt, könnten Zivilisationen möglicherweise interstellare Reisen über mehrere tausend Jahre hinweg unternehmen, abhängig davon, welche Annahmen wir über die Lebensformen machen, die sie beinhalten (s.u.).

2. Radiowellen bleiben die bevorzugte Kommunikationsform der nächsten Tausend oder Millionen Jahre.
Ich vermute, dass, auch wenn das Radiomedium weiterhin verwendet wird, das Verpacken von Informationen darin soviel größer wäre, dass wir darin keine 'Struktur' erkennen könnten und nicht in der Lage wären, es von Signalrauschen zu unterscheiden, es sei denn, eine Zivilisation würde sich tatsächlich dazu entschließen, es als Funkfeuer zu benutzen. Selbst mit dieser Absicht könnte diese Form der Kommunikation bereits schnell obsolet geworden sein und sie könnten andere Arten von Funkfeuer für Zivilisationen wählen, die sich näher an ihrem eigenen Entwicklungsstand befinden. Ob und wie sich Zivilisationen entscheiden zu kommunizieren, könnte auch ein fruchtbares Feld technologisch-soziologischer Studien sein.

3. Intelligente Zivilisationen würden auf Kohlenstoff basieren.
In Anbetracht der gemeinsamen Präsenz von Elementen, die am Ursprung des Lebens im gesamten Universum beteiligt gewesen sein könnten, ist es eine vernünftige Annahme, dass das Leben 'so wie wir sind es kennen'  ein gemeinsamer Ausgangspunkt ist, aber unsere Lebensform und Intelligenz könnte nur eine kleiner erster Schritt in einer kontinuierlichen Entwicklung sein, die Formen der Intelligenz hervorbringen kann, die unserer weit überlegen sind und nicht mehr auf Kohlenstoff basiert. Nach gerade mal 50 Jahren Computerentwicklung sprechen wir bereits über 'Superintelligenz' und darüber, eins mit Computerintelligenz zu werden. Ich will an dieser Stelle nicht das Problem des Überlebens unserer Spezies ansprechen oder ihre künftige 'Rolle' in einer kontinuierlichen Entwicklung über Millionen von Jahren. Ich möchte einfach darauf hinweisen, dass die Intelligenz, die wir finden könnten, und die sich vielleicht entscheidet auch uns zu finden (falls sie es nicht bereits hat), nicht auf Kohlenstofforganismen beruht, wie wir. Wie könnte das die obige Annahme über interstellare Reisen ändern? Unsere typische Lebensdauer wäre keine Einschränkung mehr (obwohl dies auch mit Mehrgenerationen-Missionen oder verringerter körperlichen Aktivitäten [Anm.: Bspw.durch Stasis/Kälteschlaf] erreicht werden könnte) und die Größe des 'Erforschers'  könnte die einer extrem winzigen, superintelligenten Lebensform sein. Und wie würde das unsere Annahmen über Offenheit oder dem Verlangen mit anderen Zivilisationen zu kommunizieren verändern?

4. Wir wurden und werden nicht besucht
Es scheint mir, dass SETI (zumindest offiziell) die potentielle Relevanz des UFO-Phänomenens aus drei Gründen ignoriert: 1) Die Annahme einer extrem niedrigen Wahrscheinlichkeit von interstellaren Reisen, 2) Die sehr hohe Wahrscheinlichkeit von Schwindel, falsche Wahrnehmungen oder psychologische Ereignisse im UFO-Phänomen und 3) der allgemeinen Vermeidung des Themas durch die wissenschaftliche Gemeinschaft. Ich denke, der Ansatz, den die wissenschaftliche Gemeinschaft stattdessen wählen könnte, könnte dem gleichen, den SETI bis jetzt angewandt hat: Finde das Signal im Rauschen. In der sehr großen Menge von 'Rauschen' in den UFO-Berichten könnten 'Signale' sein, allerdings kleine, die auf einige Phänomene hindeuten, die nicht erklärt oder bestritten werden können. Wenn wir einen Satz von neuen Prämissen darüber annehmen, welche Formen höherer Intelligenz und Technologie wir finden könnten, könnten einige dieser Phänomene in bestimmte Hypothesen passen und wir könnten eine ernsthafte Untersuchung beginnen."

Nach der Krtitik dieser vier Prämissen hebt Colombano die Chancen hervor, die sich aus den neuesten Entdeckungen des Kepler-Teleskops zu erdähnlichen Planeten ergeben, "... um unsere Aufmerksamkeit auf die Entdeckung von Lebenszeichen und Technoloigie in ausgewählten Planetensystemen zu konzentrieren." Allerdings müssten wir hier flexibler in unseren Annahmen sein, "... da die potentiell gewaltigen zeitlichen Unterschiede in den Evolutionen zwischen uns und den anderen die Wahrscheinlichkeit eines sich gleichenden Entwicklungsstand sehr gering werden lässt."

Als Schlussfolgerung fordert Colombano dann einen "aggressiveren" Ansatz für die zukünftige SETI-Forschung, bestehend aus vier Punkten:
"1. Physiker, die sich in dem engagieren, was wir als 'spekulative Physik' bezeichnen, die zwar weiterhin auf ebenso bewährten wie soliden Theorien basiert, jedoch den Willen hat, die Möglichkeiten der Natur von Raum-Zeit und Energie auszuweiten.
2. Engagierte Techniker, die sich der futuristischen Erforschung von Fragen widmen, wie sich Technologien entwickeln könnten, unter anderem die so gen. Künstliche Intelligenz, 'evolvierbare Robotersysteme' und die Symbiose von Biologie und Maschinen.
3. Soziologen, die sich in Spekulationen darüber engagieren, welche Art von Gesellschaften wir auf der Grundlage der oben diskutieren Entwicklungen erwarten können, und ob und wie diese entscheiden könnten, zu  kommunizieren.
4. Berücksichtigung des UFO-Phänomens als erforschenswert, im Sinne eines Systems mit einem sehr schwachen Signal-Rausch-Verhältnis, jedoch mit der Möglichkeit, einige unserer Annahmen in Frage zu stellen und auf neue Möglichkeiten der Kommunikation und Entdeckung hinzuweisen."

Ergänzend empfiehlt er zur Untersuchung von UFO-Berichten eine "Big Data Analyse (...) auf mehrere exisiterende Datenbanken, wie die 130.000 Seiten deklassifizierter U.S. Air Force-Dokumente, der National UFO Reporting Center Database [NUFORC] und verschiedener anderer internationaler Datenbanken."

Wie ist das Ganze einzuordnen?

Wichtig ist der Gesamtkontext, in dem das Papier entstand, und der in den sonstigen Veröffentlichungen dazu kaum oder gar nicht erwähnt wird. Dieses Weißbuch ist nicht gerade neu, es war Teil des "SETI Decoding Alien Intelligence Workshop" zur Untersuchung verschiedener Ideen zur Erkennung extraterrestrischer Technologie, der im März 2018 stattfand. Unter den Teilnehmern waren verschiedene namhafte Persönlichkeiten, wie David Grinspoon und Jason Wright, um nur einige zu nennen. Colombanos Arbeit ist dabei nur eine von insgesamt 21 Veröffentlichungen, die nach diesem Workshop zur Verfügung gestellt wurden.

Leider geht das Internet mit Nachrichten zu Aliens oder UFOs oftmals nicht sachlich um bzw. verbreitet gerne auch Gerüchte, Halbwahrheiten oder Falschmeldungen. Das vorliegende Papier bedeutet so bspw. nicht, wie in anderen Schlagzeilen behauptet, dass die NASA Beweise dafür hat, dass es Außerirdische gibt und ebensowenig, dass die NASA außerirdische Aktivitäten auf unserem Planeten "einräumt".
Es ist auch kein NASA-Papier, sondern das eines beteiligten Forschers und auch eher ein Vorschlag als eine Behauptung. Es ist eine kurz gefasste Argumentation, warum wir einen neuen und "aggressiveren" Ansatz verwenden sollten, um Leben im Universum zu finden, einschließlich einer "ernsthaften Untersuchung" von UFOs. Die vorgebrachten Überlegungen und Argumente sind auch nicht unbedingt neu und wurden bzw. werden auch in Reihen der Wissenschaft diskutiert, wie bspw. Möglichkeiten einer künftigen Raumfahrt, futuristische Möglichkeiten, wie Wurmlöcher, "Warp-Antrieb", etc, ebenso wie zukünftige Entwicklungen der Robotik und Kybernetik. Im Grunde führt er die Diskussion zum Fermi-Paradoxon fort, indem er fragt, wo sind all die Außerirdischen?

Die von Colombano kritisierten Prämissen beruhen auch weniger auf "Dogmen", wie anderweitig behauptet, sondern schlicht auf derzeit als wahrscheinlich geltenden Annahmen. Seine Argumentation ist dabei auch eher spekulativ und allgemein gehalten und gleicht mehr theoretischen Überlegungen. Das Grundproblem dabei, da wir nicht wissen, wie eine alternative interstellare Kommunikation ablaufen kann, bzw eine zukünftige "Superintelligenz" oder nicht-kohlenstoffbasierte Lebensform aussieht oder sich verhält, solange wissen wir auch nicht, wonach wir suchen sollen oder wie wir es erkennen können.
Die Argumentation über frühe Zivilsationen aufgrund sehr alter Planetensysteme berücksichtigt auch nicht, dass im frühen Stadium des Universums noch nicht alle heute vorhandenen Elemente, die als Grundlage zur Entstehung des Lebens angesehen werden, überhaupt oder in ausreichender Menge vorhanden waren, bzw. sich auch erst über eine längere Zeit bilden und verbreiten mussten. Allerdings dürften einer technischen Zivilsation bereits Jahrhunderte oder Jahrtausende ausreichen, um erhebliche technologische Fortschritte zu erreichen, worauf er auch hinweist.

Was hat es mit der geforderten Untersuchung und Einbeziehung des UFO-Phänomens auf sich?

Das Erstaunliche an diesem Papier ist der explizite Verweis auf das UFO-Phänomen als ein Untersuchungsfeld, das ernsthafte Aufmerksamkeit verdient, wenn diskutiert wird, wie extraterrestrische Intelligenz erreicht oder wahrgenommen werden kann. Es dürfte auch das erste Mal sein, dass in diesem Zusammenhang auf das UFO-Phänomen verwiesen wird und es sozusagen offiziell, "schwarz auf weiß" in einem Dokument auf einem NASA-Server zu lesen ist. Es gibt sicher verschiedene Interpretations-möglichkeiten, was die Verbindung des Phänomens mit SETI und Alien-Kommunikation genau bedeutet. Im Wesentlichen kommt es Colombano darauf an, dass wir nicht ausschließen können, dass "sie" uns bereits besucht haben, oder dass das Phänomen eine Manifestation einer Alien-Kommunikation ist. Dies hat er auch gegenüber Life Science betont, wo er die teils nicht korrekte Darstellung kritisiert: "Es ist nicht genau dargestellt, meine Perspektive war einfach, dass Berichte über nicht identifizierte Luftphänomene Gegenstand ernsthafter Studien sein sollten, auch wenn die Chance, eine außerirdische Technologie zu identifizieren, sehr gering ist." Er hält es also theoretisch für denbkbar und lohnenswert, Beweise dafür zu suchen, aber er erwartet nicht, dass dies in jedem Fall auch eintritt.

Mit gemischten Gefühlen dürfte die pauschale Verbindung des UFO-Phänomens mit Aliens bei den eher kritischen und um eine differenzierte Untersuchung des Phänomens bemühten, seriösen Forschern aufgenommen werden. Kritische Forscher sehen bspw. nicht nur die ET-Hypothese als diskutabel an, sondern auch alternative Hypothesen, wie bspw. atmosphärische/ physikalische Anomalien oder auch skeptische Ansätze, die ohne Anomalien auskommen, wie die Composite and Reductionist Theory.
Als zutreffend halten wir jedoch den Hinweis auf ein Phänomen mit "sehr niedrigem Signal-Rausch-Verhältnis", also dass in einem großen Rauschen, bestehend aus Missidentifikationen, falschen Wahrnehmnungen, Schwindel und psychologischen Ursachen, wie Colombano selber richtig feststellt, ein nur kleiner Anteil an ungeklärten Berichten übrig bleibt. Er trifft also eine sehr vorsichtige Einschätzung. Das bestätigt auch die seriöse UFO-Forschung, die von einer Restrate von unter 10% aller gemeldeten Berichte ausgeht, die als ungeklärt übrig bleiben. Coloimbano behauptet also nicht, dass die Realität von UFOs nicht geleugnet werden kann, sondern dass irgendwo in der Masse der UFO-Daten Beweise für ein echtes Phänomen vorliegen können. Ob wir das als solches erkennen, ist eine andere Frage. Im Grunde ist gerade aufgrund des erwarteten "schwachen Signals" die Feststellung und der Aussschluss fehlinterpretierter IFOs auch dier Ausgangspunkt jedweder UFO-Forschung bevor man zu Schlussfolgerungen und Behauptungen aus UFO-Sichtungen springt. Letzteres sollte nicht der erste Schritt sein.

Da Er glaubt, dass sich irgendwo in den UFO-Sichtungsdaten Informationen befinden, die auf einen möglichen außerirdischen Kontakt hindeuten könnten, von einer Form, die wir nicht erwarten können, empfiehlt er eine Big Data-Analyse auf mehreren vorhandenen UFO-Datenbanken. Er spricht dabei nicht von "Mutterschiffen", riesigen dreieckigen Flugkörpern oder von Untertassen, die in einer Wüste gefunden wurden, nicht über mumifizierte außerirdische Hybriden oder eine Aktentasche voller Moscovium, das in einer Zehntelsekunde in andere Elemente zerfällt. Er spricht über Dinge, die wir uns noch vorstellen können, aber deren Möglichkeiten ernsthaft geprüft werden sollen. Allerdings beinhaltet eine soilche Big Data-Analyse auch einen erheblichen Schwachpunkt: Damit würde er genau das große Rauschen, sprich die IFOs, mit einbeziehen, da in den Datenbanken, wie bspw. die des erwähnten NUFORC, der Canadian UFO Survey oder auch der deutschen UFO-Datenbank, sämtliche Sichtungen registriert werden, also auch die dem Rauschen zuzuordnenden, geklärten Fälle. Zudem sind hier i.d.R. auch Sichtungsmeldungen enthalten, die noch gar keiner qualifizierten Untersuchung und Beurteilung zugeführt wurden, also zu dem Zeitpunkt noch gar keine Aussagekraft haben. Auch gibt es Datenbanken wie die des National Aviation Reporting Center on Anomalous Phenomena (NARCAP), die eine reine Sammlung von Sichtungsberichten enthalten, teils auch anonym. Eine solche Big Data-Analyse würde also keine brauchbaren Erkentnnisse zum ungeklärten Kern, im Sinne der angestrebten SETI-Forschung bzw. eines außerirdischen Kontakts, beitragen.

Gleichzeitig ist genau dieses "sehr kleine Signal" auch das Problem, da es viele Diskussionen und abweichende Meinungen innerhalb der UFO-Forscherszene gibt, welche Fälle nun darunter fallen. Forscher und Forschungsgruppen favorisieren jeweils oft abweichend Fälle, die sie aus ihrer Sicht für ungeklärt halten. Das führt wiederum zum zentralen Problem der (privaten) UFO-Forschung: Fehlende und insbesondere einheitliche Standards bei der Falluntersuchung und -beurteilung, keine einheitlichen Klassifikationsysteme sowie fehlende Dokumentationen zu Arbeitsprozessen und angewandter Methodik in der Fallermittlung, was sich auf die mangelnde Transparenz und Nachvollziehbarkeit der eigenen Arbeit und deren Ergebnisse auswirkt. Auch wenn es dazu Ansätze zur Verbesserung gibt, so bleibt dazu noch eine Menge zu tun.

Interessante Forschungsfragen zum UFO-Phänomen gibt es eine ganze Menge, auch jenseits der Fokussierung auf die ET-Hypothese und aus unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätzen, sowohl objekt- als auch subjektzentriert. Auch ist das Phänomen durchaus bereits Bestandteil einer ganzen Reihe an akademischen und wissenschaftlichen Publikationen, bis hin zu Dissertationen, wie auf unserer Seite zu Studien zu sehen ist.
Forderungen nach einer akademischen bzw. wissenschaftlichen Erforschung des UFO-Phänomens werden prinzipiell gerne mit Applaus aus der UFO-Szene bedacht, da sie auch selber dieses wiederholt fordert. Allerdings sollten wir alle in der Szene auch selbstkritisch überprüfen, was wir selber dazu beitragen können, und ob die eigene Arbeit diesen Ansprüchen genügt (s.o.). Auch hinsichtlich der Forderung nach Freigabe offizieller UFO-Dokumente sollte die UFO-Szene selber mit gutem Beispiel vorangehen und eigene Falldokumentationen frei einsehbar zur Verfügung stellen. Man kann aber prinzipiell die Thematisierung des UFO-Phänomens im vorliegenden Kontext als positiv ansehen, da sie zu einer sachlicheren allgemeinen Diskussion beitragen kann.


Quellen:
Weißbuch von Colombano auf dem NASA Technical Reports Server
Seite zum SETI Workshop "Decoding Alien Intelligence"
Seite mit den insgesamt 21 Publikationen aus dem Workshop
Bericht auf ScienceAlert
Bericht auf LifeScience
Bericht auf dem Ufology Research Blog
Bericht auf Above Top Secret

Ist 'Oumuamua doch eine Aliensonde?

Ist 'Oumuamua doch eine Alien-Sonde? Warum es wahrscheinlich eher nicht so ist.

Im Oktober 2017 wurde ein fremdartiges Objekt beim Durchflug durch unser Sonnensystem entdeckt und bietet seither Anlass für manche Spekulation. Schon damals gab es, maßgeblich durch künstlerische Intepretationen zur Form des Objektes verursacht, Spekulationen um eine möglicherweise intelligente Herkunft, sprich eine von einer außerirdischen Zivilation auf die Reise geschickte Sonde. Gesichert ist, dass es sich um ein interstellares Objekt von außerhalb unseres Sonnensystems handelt und es nach dem Durchflug auch wieder auf Nimmerwiedersehen verschwinden wird. Dies kann aus der hyperbolischen Flugbahn geschlossen werden, auf der sich das Objekt um die Sonne bewegt. Bei einer Rückverfolgung der Flugbahn sieht es so aus, als ob es aus Richtung des Sternbildes Lyra kam und mit etwa 25 km/s durch den interstellaren Raum kreuzte. Das Objekt bekam die offizielle Bezeichnung A/2017 U1 und den Namen "'Oumuamua" , was Hawaiianisch für "allererster Pfadfinder" (oder "Botschafter") steht. Nachfolgende Grafik zeigt die Flugbahn und zum Vergleich eine typisch elliptische Umlaufbahn eines Kometen.


Quelle: Brooks Bays / SOEST Publication Services / UH Institute for Astronom

 

Animation der Flugbahn (Quelle: Youtube TheBadAstronomer):

Einzelheiten zum Objekt selber sind leider nicht gesichert, was auch daran liegt, dass ee erst beim Verlassen des Sonnensystems endeckt wurde und nur als Lichtpunkt in den Teleskopen erschien. Die Reflektionen legen nahe, dass es eine oberste Schicht aus rötlichem, organischen Material oder Eisen besitzt. Ferner muss es ein sehr dunkler Körper sein, da er kaum Sonnenlicht reflektiert. Bzgl. Form und Größe gibt es keine eindeutigen Erkenntnisse und es gibt einen gewissen Spielraum. Ausgehen kann man lediglich von einer länglichen bzw. schmalen Form, bspw. wie eine Zigarre oder ein plattgedrückter Pfannkuchen. Die Vermutungen zur Länge schwanken zwischen 400 und 800 Meter, bei einem Längen-Breiten-Verhältnis von bis zu 10:1, was in jedem Fall für einen Asteroiden außergewöhnlich ist. Da es in einem ziemlich regelmäßigen Zyklus von 7 bis 8 Stunden heller und dunkler wurde, lässt sich ferner daraus schließen, dass das Objekt durch den Raum taumelt. Alle bildlichen Darstellungen, die dazu kursieren, sind mangels optischer Beobachtungsmöglichkeiten lediglich künstlerische Interpretationen (s. folgende Bilder).

Wie eine Zigarre ...
Quelle: ESO, M. Kormesser, Wikipedia commons

... oder doch eher wie ein plattgedrückter Pfannkuchen?
Quelle: NASA, ESA, STSCI (Ausschnitt)


Gute Zusammenfassungen dessen, was zu 'Oumuamua bekannt ist, liefert der bekannte Astronom und Blogger Florian Freistetter hier und hier.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es trotz der Ungewöhnlichkeit des Objektes keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass es ein Asteroid sein könnte. "Nichts an der Bewegung von ‘Oumuamua deutet darauf hin, dass es sich um ein künstliches Objekt handelt. Es bewegt sich exakt so, wie es von einem Felsbrocken zu erwarten ist der sich rein von der Gravitationskraft der Sonne beeinflusst bewegt. Man beobachtet dort genau die Art von reflektiertem Licht, die man von einem Asteroid erwartet, und man hat keine andere oder unerwartete elektromagnetische Strahlung gemessen." so Freistetter.

Vor kurzem jedoch erregten die Harvard Professoren Abraham Loeb und Shmuel Bialy mit einer Studie Aufmerksamkeit (hier als PDF abrufbar), die nichts weniger enthielt, als die Vermutung, dass 'Oumuamua kein Asteroid, sondern ein Sonnensegel sein könnte. Da die Menschen noch keines ins All geschossen haben, müsste es von einer außerirdischen Intelligenz stammen. Das war ein Paukenschlag, der natürlich eine beträchtliche Resonanz in den Medien erfuhr. Also ist 'Oumuamua tatsächlich ein außerirdisches Raumschiff?

Hauptindiz dafür sei lt. der Studie die Merkwürdigkeit, dass das Objekt, als es das Sonnensystem verlies, beschleunigte, oder, genauer gesagt, es nicht so verlangsamte, wie man es aufgrund der Schwerkraft der Sonne erwarten würde. Es war, als ob eine andere Kraft, neben der Schwerkraft, im Spiel wäre. Die offensichtliche Idee (für Astronomen) ist, dass es wirklich wie ein Komet ist. Wenn sich Eis in Gas verwandelt und ausdehnt, übt es eine Kraft auf das Objekt aus. Es wurden jedoch erneut keine solche Emissionen festgestellt, und auch keine daraus resultierenden charaktristischen, schnelleren Drehungen. Das ist also ein bisschen ein Rätsel. Ausgehend davon untersucht die Studie die Möglichkeit, dass der Druck des Sonnenlichts auf das Objekt wirkt. Photonen haben zwar keine Masse, aber sie können Druck ausüben. Der Strahlungsdruck wird anhand der Allgemeinen Relativitätstheorie gut verstanden. Dieser Druck ist ziemlich klein, kann jedoch für Objekte mit geringer Masse, aber großer Fläche von Bedeutung sein.
Unter Verwendung einiger Annahmen ziehen die Autoren den Schluss, dass die Beschleunigung von Oumuamua sinnvoll ist, wenn es sich nicht um eine große Weltraumzigarre handelt, sondern eher um ein abgeflachtes Blatt, nur maximal einen Millimeter dick und vielleicht 30 bis 50 Meter breit. Dies hört sich verdächtig wie ein Sonnen- oder Lichtsegel an. Das ist ein Weg, um ein Raumschiff ohne Raketenantrieb auf hohe Geschwindigkeit zu beschleunigen. Stattdessen befestigt man ein sehr großes, aber sehr leichtes, reflektierendes Segel, und lässt den Druck des Sonnenlichts darauf wirken. Das ist tatsächlich eine sehr gut untersuchte Idee. In der Tat plant die Planetary Society, irgendwann in naher Zukunft ein Probesegel zu starten.
Die Autoren behaupten zwar nicht, dass es das wäre und sprechen auch immer im Konjunktiv (... wenn das und das, dann könnte...) und formulieren es als eine diskutable Möglichkeit, die man nicht außer Acht lassen solle, dennoch impliziert die Studie letztlich genau das.
Interessanterweise arbeitet Loeb, der Hauptautor der Studie, an einem Projekt, in dem genau das untersucht wird, wie ein Sonnensegel zu nahegelegenen Sternen geschickt werden könnte.


Künstlerische Darstellung eines Sonnensegels (Quelle: NASA (Aussschnitt))

Was lässt sich an der geäußerten These kritisieren: Nun, nur weil wir keine kometenähnlichen Emissionen von 'Oumuamua gesehen haben, heißt das nicht, dass es keine gab. Tausende von Jahren durch den interstellaren Raum zu reisen, bedeutet, dass es kosmischen Strahlen ausgesetzt war, die die Oberflächenchemie und die Materialemission verändern könnten. Normalerweise wird der Staub hell, wenn also Gas statt Staub ausgestoßen wird, ist es schwieriger zu sehen. Und wir haben es nicht gesehen, bis es sich auf dem Weg aus dem Sonnensystem befand, als es schwach war, also hätten wir es wieder übersehen können. Zudem würden aufgrund der relativ geringen Größe bzw. Masse auch sehr kleine Emissionen genügen, die ggf. nicht zu erkennen waren. Sofern die Emissionen im Massenmittelpunkt erfolgten, würde auch die zu erwartende Rotationsänderung nicht eintreten.

Da wir wissen, wie weit entfernt und wie hell das Objekt war, als es vorbeiflog, können wir die Größe abschätzen. Etwas Dunkleres müsste größer sein, und etwas Schimmerndes könnte kleiner sein. Wenn also 'Oumuamua zu 100% reflektierend wäre, wie ein Spiegel (oder ein Sonnensegel), würde der Durchmesser etwa 50 Meter betragen. Dies entspricht ungefähr der Größe, die die Autoren dafür schätzen. Das wäre ganz ordentlich und würde der Annahme nicht widersprechen. Andererseits, warum so ein kleines Sonnensegel bauen? Will man im interstellaren Raum von Punkt A nach Punkt B gelangen benötigt man Geschwindigkeit. Die berechneten 25 km/s wären schnell, aber nicht im interstellaren Verhältnis. Das Wesentliche an einem Sonnensegel ist, dass es zwar eine geringe Beschleunigung hat, aber dafür für eine sehr lange Zeit beschleunigt und so sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen kann, sogar tausende oder zehntausende Kilometer pro Sekunde sind erreichbar, was genau das ist, was man für interstellare Reisen will. Dagegen sind die 25 km/s ein langsames Dahinkriechen. Die Autoren weisen diesen Einwand zurück, mit der Behauptung, es könne sich um Weltraummüll handeln, das als Ballast ausgeworfen wurde. Das erscheint allerdings eher als eine so genannte "unbegründete Ausnahme" und wäre damit ein unzulässiger Fehlschluss, was in einer wissenschaftlichen Diskussion fehl am Platz ist.

Schwer zu erklären mit einem Sonnensegel ist auch die periodische Helligkeitsänderung, außer es wäre außer Kontrolle geraten und taumelt (letzteres nimmt man auch an), was dann aber auch bedeuten würde, dass es als Segel schlicht nicht funktionieren würde. Also kann man auch dagegen halten, dass die Grundlage für die gesamte Idee ohnehin falsch wäre.

Loeb und Bialy haben auch in Erwägung gezogen, dass das Objekt absichtlich in unser Sonnensystem zur Erkundung geschossen wurde. Also quasi ein außerirdischer Spion. Allerdings haben Radioastronomen vom Green-Bank-Observatorium keine Radiowellen oder anderweitige EM-Emissionen messen können, die auf eine Datenübertragung "nach Hause" schließen lassen würde. Gut, prinzipiell wäre die Flugbahn dafür geeignet, indem man von "oben" in ein System einfliegt, um Kollissionen mit Asteroiden und Planeten auf der Planetenebene zu entgehen und mit dem Schwenk um die Sonne wieder Schwung für den Rausflug aufzunehmen. 'Oumuamua kreuzte die Planeteneben jedoch zwischen Sonne und Merkur, womit sich eine Aliensonde aber schwer tun würde, um bspw. die Erde und die äußeren Planeten zu erforschen. Ebenso würde man ein Abbremsen erwarten, um in der Planetenebene Daten zu sammeln. Auch ein Kommunikationsversuch wäre anzunehmen. Nichts dergleichen wurde beobachtet.

Letztlich wissen wir zu wenig über 'Oumuamua, als dass wir genau auf Größe und Form schließen und über die Gestalt und Art eines Raumschiffs sinnieren könnten. Viel Spielraum für Spekulationen also. Manches mag für die Idee eines Sonnensegels sprechen, aber weitaus mehr dagegen. 'Oumuamua ist fraglos ein faszinierendes, mysteriöses Objekt. Rätselhafte Zusatzbeschleunigungen gab es auch schon bei der so genannten Pioneer-Anomalie. Mittlerweile hatten sich diese als ganz harmloser Effekt entpuppt, denn Wärmestrahlung gab den Raumsonden einen Extraschubs. Muss man bei 'Oumuamua aber gleich die Alien-Karte spielen? Aber Loeb ist auch Medienprofi und mit der Sonnensegelbehauptung hat er große Aufmerksamkeit für das Breakthrough-Projekt "Starshot" bekommen, an dem er beteiligt ist. In der Danksagung der Publikation gibt er offen zu, dass die Publikation in Teilen von der Breakthrough-Preis-Stiftung gefördert wurde. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Loeb schloss in einem Interview nicht aus, den "Botschafter" in den nächsten rund zehn Jahren noch mittels Swing-by-Manöver zu verfolgen, um ihn zu studieren. Preisschild für eine solche Mission: etwa eine Milliarde Euro. Oder wird sich bald eine neue Chance bieten, wenn wir erneut Besuch von einem interstellaren Vagabunden bekommen? Die Astronomen stehen jedenfalls mit ihren Teleskopen bereit.
Sollten die Astronomen 'Oumuamuas Heimat genau lokalisieren, könnten sie dorthin gezielt Radiosignale funken. Vielleicht erhalten wir dann in ein paar Jahren Antwort von einer außerirdischen Intelligenz.

Sehr gute Darstellung dessen, was in der erwähnten Studie steht, auf deutsch (Quelle: YouTube Raumzeit - Vlog der Zukunft)

Beitrag von Harald Lesch mit Kurzkritik (Quelle: YouTube Terra X Lesch & Co)

 

Update: Vom 23. November bis zum 5. Dezember 2017 wurde das Allen Telescope Array (ATA) des SETI Institute, ein System aus 42 Radiogeräten in Nordkalifornien, dazu genutzt, um nach möglichen Oumuamua-Signalen zu suchen. Zu dieser Zeit befand sich das Objekt etwa 275 Millionen Kilometer von der Erde, fast zweimal so weit wie unser Planet von der Sonne, entfernt. Das Team lauschte nach Pings mit einer Frequenz zwischen 1 und 10 Gigahertz und einer Auflösung von 100 Kilohertz. Die Beobachtungskampagne war in der Lage, Signale eines omnidirektionalen Senders mit einer Leistung zwischen 30 und 300 Milliwatt aufzunehmen. Gesucht wurde nach einem SIgnal, das beweisen  würde, dass das Objekt eine Technologie enhält. Trotz der sensiblen Suche wurden keine entsprechenden Funksignale gefunden. Die Suche ist Gegenstand einer Studie, die in der Februarausgabe 2019 von Acta Astronautica veröffenbtlicht wird (Quelle: Space.com).

Der russische Milliardär Juri Milner, der unter anderem das SETI-Projekt finanziell unterstützt, hatte die eigene "Breakthrough Listen"-Initiative genutzt, um ebenso der Sache auf den Grund zu gehen. Dazu wurde eines der größten Radioteleskope, die 100-Meter-Antenne des Green-Bank-Observatoriums, Im Dezember 2017 für zehn Stunden auf 'Oumuamua ausgerichtet, um nach möglicherweise extraterrestrischen Funksdignalen lauschen. Die Idee dahinter: Würde es sich um eine Alien-Sonde handeln, würde diese evtl. mit Funksignalen kommunizieren. Funksignale wurden jedoch keine registriert (Quelle: spektrum.de).

Loeb hat bereits Anfang 2017 über außerirdische Lichtsegel spekulkiert, im Rahmen der bislang ungeklärten so genannten schnellen Radioblitze, extrem kurze, energiereiche Ausbrüche von Radiostrahlung. Erst 17 dieser Strahlungsausbrüche wurden bisher registriert, um deren Entstehung sich diverse Hypothesen ranken. Loeb hält einen künstlichen Ursprung der seltsamen Signale für zumindest überprüfenswert. Anlass der Überlegungen ist der Umstand, dass die Radioblitze anscheinend doch nicht so zufällig auftreten, wie es zuerst schien und eine ganze Serie dieser Blitze aus einer einzelnen Quelle zu kommen scheinen: einer etwa drei Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie. Womöglich, so Loeb, seien die Signale deswegen künstlich erzeugt, um Raumfahrzeuge mit Lichtsegeln anzutreiben. Entsprechende Pläne gibt es zum Beispiel bei der NASA, um Sonden zum Nachbarstern Alpha Centauri zu schicken. Andere Erklärungsmodelle gehen dagegen von Kollisionen von Neutronensternen oder Schwarzen Löchern als Urheber aus (Quelle: spektrum.de).

 

Quellen:
arXiv COULD SOLAR RADIATION PRESSURE EXPLAIN ‘OUMUAMUA’S PECULIAR ACCELERATION? 
Scienceblogs Ein Botschafter aus dem Raum zwischen den Sternen: ‘Oumuamua, der erste interstellare Asteroid 
Scienceblogs Lang, schmal und sehr seltsam: Der interstellare Asteroid ‘Oumuamua wird immer interessanter! 
Spektrum.de Was es mit dem Alien-Raumschiff 
Zeit Online Glaubt dieser Harvard-Professor selbst, was er sagt? 
Zeit Online "Selbst wenn ich falsch läge, wäre ich glücklich" 
SYFY BREAKING! Have astronomers discovered our first interstellar visitor? NOTE: Not aliens 
SYFY Is 'Oumuamua an interstellar spaceship? I'm still going with 'no 
Space.com 'Oumuamua Stays Quiet: Another SETI Search of Interstellar Visitor Comes Up Empty
Space Coast Daily NASA Learns More About Interstellar Visitor ‘Oumuamua, the First Known Interstellar Object to Visit our Solar System 
Breakthrough Starshot Initiative 

Irland Piloten-UFO Update

Irland Piloten-UFO, was sind die möglichen Theorien?

Wir haben bereits über den Vorfall berichtet und den Beitrag auch nochmal ergänzt (siehe hier). Nunmehr sind zwei Wochen nach der aufsehenerregenden Sichtungsmeldung mehrerer Piloten über Irland vergangen und es gibt noch keine endgültige Bestätigung dessen, was da über den morgendlichen Nachthimmel geflogen ist und beobachtet wurde. War es ein Meteor, wie schon mehrfach erwähnt, ausgedienter Weltraumschrott, der als Re-Entry in die Atmosphäre eingedrungen und verglüht ist, ein illegales Flugzeug im nicht-authorisierten Luftraum oder irgendeine militärische Aktivität? Wir wollen einige möglichen Ursachen beleuchten.

Meteor

Schon während des Vorfalls verglich es der Virgin Atlantic Airlines-Pilot, der es auch beobachtete, mit einem Meteor oder anderen Objekten, die in die Erdatmosphäre eintreten. Dieser Meinung sind auch der Luftfahrtjournalist Gerry Byrne, der einen Meteor als wahrscheinlich ansieht, da es nicht ungewöhnlich sei, dass Meteoriten auch aus einem niedrigen Winkel in die Erdatmosphäre eindringen, und der Astronom Apostolos Christou vom Armagh-Observatorium und Planetarium, der einen Meteor ebenso als sehr wahrscheinlich ansieht. Aufgrund der Helligkeit vermutet er ein etwas größeres Objekt, in Walmuss- oder Apfelgröße, das dann auch in mehrere Teile zerfiel, was die Beschreibung eines oder auch mehrerer Objekte bestäigen würde. Als möglicher Verursacher kommen die zu diesem Zeitpunkt auftretenden Tauriden in Betracht, allerdings gab es parallel und unmittelbar nach diesem Vorfall noch keine bestätigten Meteorbeobachtungen.

Kurze Zeit später allerdings kamen die erste und nachfolgend weitere Meteorbeobachtungen aus Schottland und Nordirland, die bei der International Meteor Organisation dokumentiert sind und die den Franzosen Christophe Spitzer dazu veranlassten, den Vorfall mit dieser Meteorbeobachtung in Verbindung zu bringen und entsprechende Infografiken dazu zu erstellen. "Ich habe die kürzlich aktualisierte IMO-Karte der Beobachtungen und SSR-Daten (Secondary Search Radar) von VASAviation verwendet und sie mit Planefinder-Daten verglichen. Ich habe auch die ATC-Transkription in chronologischer Reihenfolge von oben nach unten von VASAviation verwendet. Denken Sie vor allem daran, dass die Helligkeit von Boliden und Superboliden unter 50 km zunimmt. Alle drei Flugzeuge hätten es von ihrem jeweiligen Flugniveau aus sehen können, wenn der Bolide zuerst in einer Höhe von 120.000 ft (+ - 35 km AMSL) gesichtet wurde." (s. nachfolgend die beiden Infografiken).


Infografiken von Christophe Spitzer (Quelle: Facebook Christophe Spitzer)


Eine Bestätigung dessen könnte auch ein veröffentlichtes Dashcam-Video von Sandy Laverty aus dem nordirischen Coleraine sein, das ein Objekt drei Minuten vor der ersten Sichtungsmeldung zeigt und einem Meteor ähnlich ist.

UFO Caught on Video in Northern Ireland Three Minutes before Pilots Sighting (Quelle: YouTube UFO Casebook):

Ein Widerspruch hinsichtlich den Sichtungsmeldungen sind die unterschiedlichen Angaben zum Wegflug des Objekts bzw. der Objekte, zwischen der BA-Pilotin (nach Norden abfliegend) und des VS-Piloten (nach rechts weg fliegend, was etwa südöstlicher Richtung entspricht). Christophe Spitzer hat sich speziell auch mit diesem Widerspruch befasst und dazu verschiedene Quellen ausgewertet: "Ich versuche, die kurze Beobachtung und den Bericht der  Pilotin zu verstehen, da dies die "widersprüchlichste" und kontraintuitivste in Bezug auf die Beobachtung ist. (...) Eine erneute Analyse ermöglichte es mir, einen ungefähren Vektor zu erstellen, um zu verstehen, warum die BA-Pilotin berichtet, dass das Objekt 'schnell in den Norden' abfliegt. Da ich wusste, dass Boliden unter 50 km hell werden und unter 40 km superhell sind, habe ich 36 km ASL (120.000 ft) als konservative Schätzung für die obere Grenze (Alt) verwendet. Ich habe 17,5 km als untere Grenze (Alt) basierend auf den AMS-Spezifikationen für Bolide ausgewählt, da der Abblationsprozess nicht zu weit unterhalb dieser Höhe stoppt. (zwischen 20 km und 15 km). (...) Meine erneute Erstellung basiert auf einer durchschnittlichen Bodentemperatur von 12 ° C und ich habe nur eine Bildschirmaufnahme (Stellarium) um 06:44:20 UTC (Strich-Nockenuhr) verwendet, da es ein kurzes Ereignis war. Das Flugzeug flog OSE (092 °) und der Bolide war auf ihrer Position 9 Uhr (Az: 019 °) sichtbar, als sie es zuerst sah, mit anderen Worten zu ihrer Linken, wie es in ihrem ATC-Funkverkehr heißt. Die Tatsache, dass der Bolide im FoV leicht nach rechts ging, deutet darauf hin, dass sie glaubte, dass es in den Norden fliegen würde, da es für sie wahrscheinlich wäre, wenn es von ihr weg und Richtung NNO flog. In Wirklichkeit flog es Richtung SSO (152 °)."
Mit anderen Worten, die Aussage des VS-Piloten wäre demnach korrekt und würde sich mit dem angenommenen Flugverlauf des Boliden aus den Meteorbeobachtungen decken. Warum die Pilotin es als nach Norden abfliegend beschrieb, ist unklar.


Infografik von Christophe Spitzer zur Analyse der Aussage der BA-Pilotin (Quelle: Facebook Christophe Spitzer)


Weltraummüll

Neben einem Meteor kommt auch Weltraumschrott, das als so genannter Re-Entry in die Atmosphäre eintritt, in Frage, da er ganz ähnlich in Erscheinung tritt, wie ein Meteor und vom Virgin Airlines-Piloten ebenso vermutet wurde. Dafür sprechen würde die Aussage des Piloten, dass es sich um mehrere Objekte auf derselben Flugbahn handeln würde, da ein Re-Entry in der Regel zur Fragmentierung neigt, also in mehrere Objekte beim Wiedereintritt zerfällt. Das oben bereits erwähnte und gezeigte Dashcam-Video soll diese Theorie stützen, da es zeigt, wie sich das Objekt aufzubrechen und sich danach aufzulösen scheint. Leider ist dies auf dem Video allerdings nur in einer kurzen Sequenz zu sehen. Hierzu noch ein kurzer Screenshot aus dem Video.


Screenshot aus dem Dashcam-Video (Quelle: Video von Sandy Laverty/iNews)


Die Fahrerin des Fahrzeugs beschrieb es als real viel heller und größer. Die Aussagen der Piloten schwanken zwischen einem und mehreren Objekten. Ein auch für Re-Entries typischer Schweif wird nicht beschrieben. Die von den Piloten angegebene sehr hohe Geschwindigkeit spräche auch eher gegen ein Re-Entry, da diese mit deutlich langsamer Geschwindigkeit auftreten und somit oft länger beobachtet werden können, als Meteore. Konkrete Re-Entry-Ereignisse, die bspw. auf SATVIEW abgefragt werden können, werden zum fraglichen Zeitpunkt nicht gelistet. Zwar wird von Newshub Neuseeland ein Re-Entry als am Wahrscheinlichsten angesehen, aber die Meteortheorie gar nicht erwähnt.

Militärische Aktivitäten

Die Pilotin des British Airways-Fluges fragte als erstes nach möglichen Militärübungen in der Nähe, was nach einer kurzen Pause vom Fluglotsen verneint wurde, und weiter, dass kein anderes Flugzeug angezeigt würde, was dafür verantwortlich sein könnte. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diese Möglichkeit ausgeschlossen werden kann. So flog im Jahr 2003 der damalige US-Präsident George W. Bush in einer streng geheimen Mission mit der Air Force One in den Irak, um die dort stationierten amerikanischen Truppen zu besuchen. Angesichts der extremen Gefahr, den Präsidenten in ein Kriegsgebiet zu bringen, war es wichtig, dass niemand wusste, dass er kommen würde. Dies bedeutete, dass die Besatzung eine Entfernung von 10.000 km zurücklegen musste, 10 Stunden brauchte und über den belebten Luftraum von Großbritannien, Frankreich und Deutschland flog, ohne dass das charakteristische, riesige blau-weiße Flugzeug von irgendjemandem entdeckt wurde.
Kommunikation und Identifkation der Air Force One waren abgeschaltet, und die Besatzung identifizierte sich im Bedarfsfall für die Flugverkehrskontrolle als das viel kleinere Privatflugzeug Gulfstream. Dies war ihre Tarnung für den Fall, dass sie während des Fluges auf Radarschirmen auftauchten. Die damalige Mission wurde fast abgebrochen, als das Präsidentenflugzeug über London flog. Ein aufmerksamer Pilot, der die Maschine in der Luft sah, meldete sich über Funk und fragte: "Habe ich gerade Air Force One gesehen?" Es herrschte etwas Stille, dann antwortete der Air Force One-Captain: "Nein, Gulfstream." Zum Glück für den Präsidenten und sein Team führte der Pilot seine Beobachtung nicht weiter aus und Präsident Bush landete im Irak, bevor überhaupt jemand wusste, dass er kommen würde. Air Force One, eines der am besten identifizierbaren Flugzeuge der Welt, flog innerhalb des britischen Luftraums, und keiner der Fluglotsen hatte eine Ahnung.

Für den vorliegenden Fall dürfte das jedoch kaum in Frage kommen, und ob die Beobachtung mit sonstigen, geheimen Flugmanövern in Einklang zu bringen ist, ist aufgrund der Nähe zu zivilen Flugkorridoren doch fraglich. Anderweitige Militärmanöver dürften ingesamt auch mehr Aufmerksamkeit erregt haben und würden ggf. im Nachhinein bekannt gemacht werden. Hinweise darauf oder auf irgendwelche illegalen Flugbewegungen gibt es zum derzeitigen Zeitpunkt nicht.

Was bleibt?

Weitere Theorien stehen derzeit unserer Kenntnis nach nicht im Raum. Hinsichtlich der räumlichen und zeitlichen Koinzidenz der Meteorbeobachtungen und der Pilotensichtungen gilt ein Meteor der Tauriden derzeit als am Wahrscheinlichsten. Für ein Re-Entry oder (nicht bestätigte) militärische Aktivitäten fehlen unserer Meinung nach ausreichende Indizien, auch wenn Newshub die Re-Entry-Theorie präferiert. Könnte man mangels einer eindeutigen Klärung, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, so auch von einem "UFO" sprechen? Prinzipiell ja, da es das wäre, ein nicht identifiziertes Flugobjekt. Allerdings wird in der Naturwissenschaft immer nach Wahrscheinlichkeiten beurteilt und auch die gebotene Anwendung von Ockhams Messer lassen die Meteortheorie als naheliegenden Schluss annehmen.


Quellen:
Facebook Christophe Spitzer
Facebook Ufoofinterest
YouTube UFO Casebook
International Meteor Organisation Event 4788-2018
iNews ‘UFO’ captured on video in Northern Ireland
Newshub Ireland UFO: New theories emerge on what baffled pilots

Helles Licht am Morgen verwirrt

Helles Licht am Morgen verwirrt viele Menschen

Am heutigen, frühen Sonntagmorgen sorgte ein helles Licht am Himmel in weiten Teilen Deutschlands für Verwirrung und Anrufe sowohl bei UFO-Meldestellen als auch bei Polizeistellen und  Zeitungsredaktionen. Die Beobachtungen fanden ab etwa 6 Uhr bis zur Morgendämmerung statt und beschrieben ein am Himmel weitgehend stillstehendes und auffällig helles Objekt: "...helles Licht...", "...Scheinwerfer am Himmel...", "... Jumbo-Jet mit Landescheinwerfer an einem Fleck...", "...grelles Licht...", "...wahnsinnig helles Licht...".

Daneben wurde es auch als "flackernd" oder "pulsierend" beschrieben und in unterschiedlichen Farben, sowie mehrfarbig und teils über eine Stunde lang beobachtet. Auslöser für die Verwirrung ist der seit Mitte November als "Morgenstern" auftretende Planet Venus, der insbesondere durch den klaren Morgenhimmel sehr auffällig in Erscheinung tritt. Atmosphärische Einflüsse lassen dann Planeten, aber auch Sterne, nicht nur flackernd, pulsierend, oder sogar blinkend, sondern auch mehrfarbig und mit Farbwechsel erscheinen, in Horizontnähe noch ausgeprägter. Bei stetiger Beobachtung können, durch unbewusste Eigenbewegungen der Augen, auch kleinere Zick-Zack-Bewegungen vorgetäuscht werden. Typisch für Planeten und Sterne als Verursacher sind auch längere Beobachtungszeiten, während derer sich das Objekt relativ langsam bewegt. Als Morgenstern wird uns Venus noch einige Wochen begleiten.

 

Venus als Morgenstern

Aufnahme der Venus am Sonntagmorgen über dem Odenwald (Quelle: Hansjürgen Köhler, Michelbach)

 

Quellen:
Osthessen-Zeitung
CENAP-Infoline Blog
Sichtbarkeit des Planet Venus

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