Das UFO-Archiv der AFU

Das in Schweden ansässige 'Archive for the Unexplained' (AFU) wurde 1973 als 'Archives for UFO Research' gegründet und 2013 umbenannt. Der Hauptsitz befindet sich in Norrköping. Seit 1980 ist die AFU als gemeinnützige Stiftung nach schwedischem Recht organisiert. Kernziel ist der Aufbau und Betrieb eines weltweiten Materialarchiv zum UFO-Thema, das allen Forschern zugänglich gemacht werden soll. Insbesondere seit den 2000er Jahren gewinnt die AFU eine zunehmende Bedeutung als internationales Archiv für Material zur Forschung rund um das UFO-Phänomen und verwandten Themen. Das AFU-Archiv beinhaltet umfangreiche Materialsammlungen, nicht nur aus Skandinavien, sondern auch aus Europa und Amerika.

Das Archiv umfasst neben Büchern und Zeitschriften auch ein Zeitungsarchiv mit Artikeln, Unterlagen zu UFO-Berichten sowie ein Audio- und Video-Medienarchiv. Das Material stammt zum einen aus weltweiten Spenden, zum anderen auch aus eigenen Ankäufen. So hat die AFU bspw. das Komplettset der Mikrofilme der Blue Book Files angekauft. Unter den Spenden befindet sich u.a. auch das vom früheren österreichischen MUFON-CES Mitglied Luis Schönherr in den 1980ern aufgebaute CODAP-Archiv von UFO-Sichtungen. Darüber hinaus sammelt die AFU auch Kuriositäten rund um das UFO-Thema, wie Illustrationen, Modelle, Kunst und anderes, um so ggf. eine Art Museum aufzubauen.

Das weltweit größte Materialarchiv der AFU füllt aktuell etwa 1,5 Regal-Kilometer mit u.a. mehr als 50.000 Magazinen, etwa eine halbe Million an Zeitungsartikeln und mehr als 50.000 originalen UFO-Berichten aus dem europäischen Raum, und wird beständig ausgeweitet. Die eigene Bücherei verweist auf mehr als 20.000 Titeln. Die AFU wird bei der eigenen Arbeit von mehreren freiwilligen Kräften unterstützt. Die Archivierung findet professionell statt und verteilt sich auf mehrere Standorte.

Aktuell findet eine Digitalisierung des Archivs statt, um so die angestrebte Unterstützung der weltweiten Forscher weiter zu erleichtern. Ein aktuelles Projekt ist hierbei das Projekt Phoenix des britischen Forschers Isaac Koi, das die Erstellung eines digitalen weltweiten Zeitschriftenarchiv ist, das allgemein zugänglich gemacht wird. In dessen Rahmen hat Koi auch Kontakt zur deutschen UFO-Szene aufgenommen. Neben Hansjürgen Köhler (CENAP), der schon in der Vergangenheit über seine skandinavischen Verbindungen Kontakt zur AFU hatte und eine Archivbereitstellung vorbereitet und Danny Ammon (GEP), der insbesondere die Bereitstellung der GEP und anderer Vereine koordiniert, unterstützen auch wir von ufo-information.de mit dem über uns bereitgestellten Material und den von uns recherchierten, internationalen Materialquellen. Das betrifft bspw. auch unser im Aufbau befindliche Online CENAP-Report Archiv, das wir der AFU zur Verfügung gestellt haben und die AFU uns im Gegenzug in naher Zukunft beim Scannen noch fehlender Ausgaben unterstützt.

Im Zuge dessen haben wir unsere eigene Zeitschriftenseite komplett überarbeitet und analog der AFU ebenso eine länderbezogene Einteilung erstellt, die für jedes Land primär auf die Zeitschriftenseite bei der AFU verweist. Ggf. haben wir dann dazu weitere von uns recherchierte Zeitschriften verlinkt, die bislang nicht oder unvollständig bei der AFU gelistet sind. Insofern erhalten Sie hier bei uns, neben dem bereits sehr umfangreichen AFU-Zeitschriftenarchiv, noch weitere Bezugsmöglichkeiten frei zugänglicher Zeitschriften.
Erfreulich ist vor allem, dass für die AFU weitere deutsche Zeitschriften zur Verfügung gestellt werden, die bislang nicht frei zugänglich waren. Für Deutschland listen wir die erhältlichen Zeitschriften, egal ob über die AFU oder anderen externen Quellen, weiter einzeln auf.

In dem Zusammenhang der Hinweis: Sofern sie selber Material, gerade in Form von Zeitschriften oder auch anderem, besitzen oder von ungenutzten Archiven und Materialsammlungen wissen und das ggf. auch über uns oder der AFU zur Verfügung stellen möchten, setzen Sie sich mit uns in Vernindung, wir unterstützen Sie gerne dabei. Gerade die AFU bietet die Möglichkeit einer langfristigen gesicherten Archiverung, unabhängig von Einzelpersonen. Wir haben schon des öfteren in der Vergangenheit erlebt, dass wertvolle Materialsammlungen von Einzelpersonen in den Müll wanderten, nachdem diese Personen kein Interesse mehr am Thema hatten oder auch verstorben sind.

Webseite der AFU
Downloadverzeichnis der AFU
Unsere Zeitschriftenseite mit den AFU-Links und weiteren internationalen Zeitschriften
Unsere Projektseite zum CENAP-Report

Fotos: afu.se

 

 

 
 
 
 
 
 
 

70 Jahre UFOs - und was nun?

2017 konnte das neuzeitliche UFO-Phänomen, ausgehend von der berühmten Kenneth Arnold-Sichtung 1947 als Initialereignis, 70jähriges Jubiläum feiern. Grund genug sich zu fragen: 70 Jahre UFOs - und was nun?

Diese Frage stellten sich auch zwei führende UFO-Forscher, der Spanier Vicente-Juan Ballester Olmos und der Amerikaner Dr. Thomas E. Bullard. Ihre jeweiligen Statements (in Englisch) wurden im Juni 2017 auf Ballester Olmos Blog veröffentlicht (http://fotocat.blogspot.com.es/2017_06_09_archive.html) und sind beide lesenswert.
Ulrich Magin hat für uns eine kleine Zusammenfassung angefertigt.

Ballester Olmos schließt nach 50 Jahren aktiver Forschung, dass 70 Jahre UFO-Forschung nichts gebracht haben – weil es kein UFO-an-sich zu erforschen gibt. „Ich befürchte, dass 70 Jahre Luftzwischenfälle, nahe Begegnungen, Radarkontakte, Fotos und Videos und weitere scheinbar erstaunliche Erfahrungen zusammengenommen nicht beweisen, dass sich [außerirdische] Besuche ereignet haben. Die Indizien reichen als Beweis einfach nicht aus. Um aber realistisch zu bleiben: Die Menschen werden den Mythos der Fliegenden Untertassen nicht aufgeben. [...] In der einen oder anderen Form wird es diese Mythologie auf ewig geben. Schließlich sind die bodenständigen Aufklärungen im Vergleich dazu langweilig und öde und nur für eine Handvoll Akademiker von Interesse. [...] nach 70 Jahren [...] ist alles, was wir haben, Berichte über ambivalente Phänomene, die unterschiedlich aussehen und sich jeweils anders verhalten. Die meisten Fälle, die interessant scheinen, haben sich vor Jahren ereignet, und keine der Tausende von sogenannten Landeereignissen hat je irgendeinen Beleg von Aussagekraft hinterlassen. Je weiter sie zurückliegen, desto mehr lesen sich die einst überzeugend wirkenden Fälle wie Anekdoten und Geschichten. Als Indizien für einen Besuch durch Außerirdische sind sie immer weniger glaubhaft. Ich möchte meine fünf Jahrzehnte eigener Forschung [...] mit einem Zitat von [...] Hilary Evans aus dem Jahr 1988 beenden: ‚Wenn wir etwas aus diesem wunderbaren Mythos lernen wollen, den wir selbst geschaffen haben, dürfen wir nie eine Tatsache aus dem Blick verlieren – dass es bloß ein Mythos ist.`“

Thomas E. Bullard zeigt sich vorsichtig optimistischer, was UFOs und die Zukunft der UFO-Forschung angeht: „Ein Vergleich zweiter Samples mit Fällen mit UFO-Besatzungen zeigte bei den glaubwürdigeren Berichten deutlichere Präferenzen für Beschreibungsoptionen auf, als es bei den allgemeinen Meldungen der Fall ist. Diese Übereinstimmungen könnten auf kulturellen Faktoren beruhen, auf den Einstellungen des Untersuchers, oder eben auf echte Beobachtungen im Gegensatz zu reiner Einbildung. Zumindest halte ich diese Möglichkeit für untersuchungswert. Ein höchst lebendiger Mark Twain meinte einmal: ‚Die Gerüchte über meinen Tod sind stark übertrieben.‘ Dasselbe, über UFOs gesagt, ist vielleicht nahe an der Wahrheit, jedenfalls muss der 70. Jahrestag nicht das Ende der Geschichte sein. Vielleicht greife ich – wie ein wahrer Gläubiger – nach dem sprichwörtlichen Strohhalm, aber ich erkenne nach wie vor ein echtes Geheimnis inmitten von all dem Schutt und den Irrwegen, mindestens jedoch einen Weg für bislang noch nicht erforschte oder nur unzureichend erforschte Fragestellungen. Solange das noch so ist, sehe ich eine Zukunft für die Ufologie.“

Zwar wurde 2017 der 70jährige Jahrestag der Kenneth Arnold-Sichtung in der UFO-Szene allgemein gewürdigt, jedoch vermissen kritische Untersucher eine notwendige Diskussion des Forschungsstands verbunden mit einer ggf. notwendigen Neuausrichtung der Forschungsbemühungen anhand konkreter Forschungsfragen und Hypothesen.

Wir von ufo-information.de können den obigen kritischen Reflektionen nur zustimmen, wenngleich auch wir noch eine ganze Reihe an interessanten und nicht beantworteten Fragestellungen sehen, wie das Bullard äußert. Denn auch wenn man nicht von einer intelligenten, außerirdischen Implikation im derzeitigen UFO-Phänomen ausgeht, bedeutet das nicht, dass alles geklärt ist bzw. alle Fragen bereits beantwortet sind. Das schließt auch nicht aus, dass (weiterhin) durchaus interessante Sichtungen stattfinden, die sich dem Anschein nach einer herkömmlichen Erklärung entziehen, zumindest dem aktuellen Erkenntnisstand nach. Ebensowenig schließt das ggf. eine rein atmosphärische Anomalie, zumindest für einige wenige Sichtungen, aus. Auch in den Fallarchiven skeptischer Untersucher finden sich Fälle, die sich aktuell einer stimulibasierten Erklärung zu entziehen scheinen. Die Frage hierbei ist jedoch, in welchem Kontext man derartige Sichtungen beurteilt.
Oder wie es der skeptische Forscher Robert Schaeffer ausdrückte: "Die Existenz außerordentlicher Berichte legt nicht zwangsläufig die Existenz außergewöhnlicher Objekte nahe. Es ist durchaus möglich außerordentliche Berichte und Zeichnungen von gewöhnlichen Objekten zu bekommen".
Eine Grundlage hierfür stellt bspw. die in der englisch- und französischsprachigen UFO-Szene geprägte Composite and Reductionist Theory (CRT) des UFO-Phänomens dar.

 
 

UFO-Akten im Pentagon?

Bislang unbekanntes Forschungsprogramm des Pentagon untersuchte heimlich UFO-Meldungen

Darum geht es

Am 16.12.2016 ging eine aufsehenerregende Meldung durch die Medienlandschaft, die es bis in die Hauptnachrichtensendungen diverser Fernsehsender geschafft hat. So gab es nach Berichten der New York Times und des POLITICO Magazins in den Jahren 2007 bis 2012 ein Forschungsprojekt des Pentagons in dessen Rahmen Meldungen seitens Militärangehöriger über mysteriöse Flugobjekte und Erscheinungen im Luftraum nachgegangen und ebenso aufgefundene Artefakte eingesammelt wurden.
Das als "Advanced Aerospace Threat Identification Program" (Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft-und Weltraum) bezeichnete Programm habe demnach ein Budget von jährlich 22 Millionen Dollar gehabt, die im Verteidigungshaushalt versteckt worden seien. Das Pentagon hat die Berichte dazu bestätigt, aber gleichzeitig betont, dass das Programm 2012 eingestellt wurde, um das Geld für andere "wichtigere Dinge" zu verwenden. Dem Projektleiter zufolge hätten die zuvor an dem Projekt beteiligten Mitarbeiter allerdings weiter, neben ihrer normalen Tätigkeit, eingehende Meldungen von Militärangehörigen über mysteriöse Flugobjekte untersucht.

Beteiligte Personen und Untersuchungen

Das Programm kam auf Initiative des damaligen demokratischen Mehrheitsführers im US-Senat, Senator Harry Reid aus Nevada, zustande. Geleitet wurde das Projekt von Luis Elizondo, einem militärischen Geheimdienstbeamten, der dieses Jahr im Oktober, nach Medienangaben auch aus Unzufriedenheit über die Einstellung der Finanzierung und die mangelnde Untersützung danach, kündigte. Wie er ausführte, habe man die Arbeit und die Ergebnisse nicht ernst genug genommen.
Ähnlich äußerste sich Reid, nachdem er 2009, aufgrund von seiner Überzeugung nach außergewöhnlichen Entdeckungen, für eine erhöhte Sicherheit des Programms eintrat. In einem entsprechenden Brief an den damaligen Deputy Secretary of Defense, William J. Lynn, forderte er die Kennzeichnung des Programms als "restricted special access program” mit eingeschränktem Zugang für ausgewählte Beamte, was aber abgelehnt wurde. Nach seiner Kündigung ging Elizondo zur "To the Stars Academy"-Organisation, die ihrerseits u.a. die unten erwähnten Videos publizierten.

Mit der Untersuchung der eingehenden Sichtungsberichte wurde die Firma Bigelow Aerospace in Las Vegas beauftragt, die auch mit der NASA bei der Entwicklung neuer Raumfahrzeuge zusammenarbeitet. An diese Firma ging offenbar der Großteil der zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel. Der Eigentümer des Unternehmens, Robert Bigelow, ist nicht nur ein enger Freund von Harry Reid, sondern beide glauben gleichermaßen an regelmäßige Besuche von Außerirdischen bzw. an die Existenz von UFOs i.S. außerirdischer Raumfahrzeuge und sind mit der amerikanischen UFO-Szene verbandelt. Darüberhinaus gibt es auch vertragliche Vereinbarungen mit der amerikanischen UFO-Gruppe MUFON hinsichtlich deren "STAR Team Impact Project" inkl. der finanziellen Unterstützung. Zudem soll das Unternehmen auch Subunternehmer für das Forschungsprogramm angeworben haben, was auch eher seltsam anmutet.

Im Zuge der Untersuchungen habe man neben allgemeinen Sichtungen von Militärangehörigen auch Personen auf physische Veränderungen untersucht, die durch den Kontakt mit Artefakten oder der Beobachtung von Objekten möglichen physikalischen Effekten ausgesetzt worden seien, und habe zudem auch Metallteile gesammelt, die von unidentifizierten Objekten herrühren sollen. Für die Lagerung derartiger Artefakte habe man eigens Gebäude des Unternehmens in Las Vegas modifiziert. Über die Untersuchungen seinen umfangreiche Dokumente erstellt worden, die die Beobachtung mysteriöser Flugobjekte beschreiben.

Mutmaßliche Videos aus dem Projekt

Im Rahmen der Berichterstattung in den Medien werden regelmäßig Ausschnitte aus einem Video gezeigt, das Aufnahmen einer FLIR-Wärmekamera aus einer F-18 des Flugzeuggträgers Nimitz aus 2004 zeigen soll, auf denen ein solches unbekanntes Flugobjekt zu sehen sein soll. Das Video sowie mittlerweile ein zweites, wurde über die "To the Stars Academy" publiziert und ist auch auf YouTube zu sehen. Beide Videos sollen im Rahmen des Forschungsprogramms erhoben worden sein, allerdings liegen aus dem Projekt selber dazu keine Dokumente vor. Die Videoaufnahmen werden seither kontrovers diskutiert, auch da deren Herkunft teilweise unklar ist. Insgesamt wird von drei Videos gesprochen, wobei zu dem dritten bislang noch nichts bekannt ist.

Zumindest eines der Videos, zum Nimitz Zwischenfall 2004, wurde bereits 2007 im Netz kritisch diskutiert. Die beiden UFO-Forscher Isaac Koi aus England und Robert Powell aus Texas gaben jeweils unabhängig voneinander an, das Video damals auf einer Webseite deutscher Filmstudenten gesehen zu haben, allerdings ohne konkrete Belege dafür, dass es auch dort seinen Ursprung hat bzw. gefaked wurde. Nach aktuellen Informationen handelt es sich dabei um die Special Effects Firma "Vision Unlimited" im baden-württembergischen Uhingen. Das Video kann nachwievor über web.archive.org von deren Webseite abgerufen werden (Link s.u.).

Ferner werden lt. den Medienberichten in den gesammelten Beobachtungen Objekte beschrieben, die sich mit "sehr hoher Geschwindigkeit" und "ohne erkennbaren Antrieb" bewegt hätten, wozu allerdings ebenso noch keine Dokumente vorliegen.

Unsere Einschätzung

Während in Teilen der UFO-Szene diese "Enthüllungen", wobei im Grunde bislang nicht wirklich etwas "enthüllt" wurde, enthusiastisch aufgenommen und als (weiterer) Beweis für eine meist geheime staatliche UFO-Forschung und ebenso für die Existenz der UFOs (im außerirdischen Sinn) gewertet wird, reagieren kritische Forscher eher zurückhaltend und verweisen zu Recht auf die fragliche Reputation der Beteiligten sowie das Fehlen von substantiellen Materials und Dokumenten zur Beurteilung.

Auch wir sehen diese Verlautbarungen eher kritisch und verweisen auf mehrere aktuelle Kritikpunkte und offene Fragen:

- Die Hauptprotagonisten des Projekts sind von der Existenz (außerirdischer) Flugobjekte überzeugt und unterhalten auch enge Kontakte zur amerikanischen UFO-Szene. Die Verbreitung diversen angeblich geheimen Materials, wie das oben erwähnte Video, über die "To the Stars Academy" steht selbst in der UFO-Szene unter Kritik, da dieses Unternehmen auch "Entertainment" betreibt, wirtschaftliche Interessen verfolgt und somit ein fragwürdiges Licht auf die Beteiligten und deren Neutralität im Forschungsprogramm wirft, oder wie wir hier im schwäbischen sagen ein "Gschmäckle" hat.

- Über die Art und Weise der durchgeführten Untersuchungen und Recherchen, sowohl seitens des Pentagons als auch des beteiligten Unternehmens, ist derzeit nichts bekannt. Wurden tatsächlich Untersuchungen und Recherchen angestellt, um herkömmliche Phänomene und Objekte auszuschließen oder nur Vorfälle und kuriose Artefakte gesammelt? Letzteres hätte praktisch keine Aussagekraft.

- Es existiert offenbar ein mehrere hundert Seiten starker Bericht des Projekts, von dem allerdings derzeit noch nichts publiziert wurde, also keine detaillierten Untersuchungsberichte bekannt sind, was aber für eine Bewertung und mögliche Schlussfolgerungen Voraussetzung wäre.

- Warum hat das Pentagon das Forschungsprojekt eingestellt? Hat es die Erwartungen nicht erfüllt und letztlich keine wirklich sensationellen Erkenntnisse hervorgebracht?

- Die derzeit verbreiteten Video sind in der Form wenig aussagend und für sich alleinstehend kaum sinnvoll verwertbar. Dazu fehlen detailliertere Angaben und Untersuchungen. Zudem unterliegen die Videos Kritik hinsichtlich der Authentizität. Auch gab es schon andere ähnliche FLIR-Videos, über die auch gerätselt und spekuliert wurde, sich dann aber als unterschiedliche, herkömmliche Wärmequellen herausstellten.

Fazit zum jetzigen Zeitpunkt: Außer der Tatsache, dass es ein solches Forschungsprojekt gab, was aus der Tatsache heraus, dass ein Land auch immer ein Interesse daran hat, mögliche geheime Aktivitäten fremder Nationen im eigenen Luftraum zu identifizieren, nicht so ungewöhnlich ist, gibt es nur Fragmente dessen, was angeblich als gesammeltes Material vorliegt. Darüberhinaus liegt momentan nichts wirklich verwertbares oder gar substantielles vor, so dass Schlussfolgerungen, was damit bewiesen sei, zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht sind.

Es bleibt also abzuwarten, ob den Ankündigungen noch wirklich verwertbares folgt, oder das Ganze eine eher spekulative Blase bleibt. Wir bleiben dran.

 

US-amerikanische Primärquellen:
https://www.nytimes.com/2017/12/16/us/politics/pentagon-program-ufo-harry-reid.html
https://www.nytimes.com/2017/12/16/us/politics/unidentified-flying-object-navy.html
https://www.politico.com/magazine/story/2017/12/16/pentagon-ufo-search-harry-reid-216111

Deutschsprachige Medien:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/pentagon-usa-ufo-sichtung-untersuchung
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pentagon-forschte-jahrelang-heimlich-nach-aliens-und-ufos-15346111.html
https://www.heise.de/newsticker/meldung/UFO-Programm-des-Pentagon-Ex-Leiter-glaubt-wir-sind-nicht-allein-3922030.html
https://www.n-tv.de/politik/Pentagon-forschte-jahrelang-nach-Ufos-article20188894.html
http://www.dw.com/de/forscht-das-pentagon-weiter-heimlich-nach-ufos/a-41827102
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/us-regierung-suchte-heimlich-nach-aliens-a-1183759-amp.html

Videos auf "To the Stars Academy":
https://coi.tothestarsacademy.com/2004-nimitz-flir1-video
https://coi.tothestarsacademy.com/gimbal
Download des Videos von der Webseite von Vision Unlimited aus 2007:
https://web.archive.org/web/20070217091957/http://www.vision-unlimited.de:80/extern/f4.mpg

Diskussion:
http://badufos.blogspot.de/2017/12/delonge-overload-and-secret-federal-ufo.html
http://www.fox5vegas.com/story/36815728/mystery-ufo-video-supposedly-from-uss-nimitz-fighter-jet-intrigues-researchers
https://www.metabunk.org/nyt-video-of-u-s-navy-jet-encounter-with-unknown-object.t9333/
http://www.abovetopsecret.com/forum/thread265835/pg1

Berichte in der deutsche UFO-Szene:
https://www.ufo-forschung.de/presse-ueber-ufos/hinweise-auf-ehemals-geheimes-programm-des-pentagon-zu-ufo-sichtungen-loesen-spekulationen-aus
https://www.hjkc.de/_blog/2017/12/20/9226-ufo-forschung-the-pentagons-mysterious-ufo-program-update-4/
https://www.exopolitik.org/exopolitik-und-ufos/exopolitik/1034-jetzt-offiziell-pentagon-unterhielt-geheimes-ufo-projekt

Feuerball über Süddeutschland

Leuchtphänomen am Abendhimmel fasziniert viele Menschen

Am 14.11. wurde am frühen Abend, ab etwa 17:45 Uhr, über Süddeutschland ein helles, grünlich leuchtendes und sich schnell bewegendes Licht samt leuchtenden Schweif am Nachthimmel beobachtet, das die Beobachter in Erstaunen versetzt hat. Beschrieben wurde die Erscheinung vielfach als sehr heller Feuerball.
Der Schwerpunkt der Sichtungen war Baden-Württemberg, das Saarland und Südhessen, aber auch aus Teilen Bayerns, Nordrhein-Westfalens und Sachsens wurden Beobachtungen gemeldet, ebenso im benachbarten Ausland. In der Folge kam es zu Anrufen verunsicherter Bürger bei der Polizei. Auch bei den einschlägigen UFO-Meldestellen gingen entsprechende Meldungen ein.
Offenbar gibt es jedoch nur relativ wenige Fotos und Videos von der Erscheinung. Ein noch am selben Abend verbreitetes Video stammt von der Feuerwehr Höchen aus dem Saarland (s. untenstehendes Standbild aus dem Video, Links am Ende des Beitrags).



Die "Fachgruppe Meteorastronomie" der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft hat bis zum jetzigen Zeitpunkt (16.11.) über 1900 Augenzeugenberichte gesammelt. Darauf basierend wurde eine mutmaßliche Flugbahn des Feuerballs von Ost nach West, über Frankfurt am Main, berechnet (s. nachfolgenden Screenshot aus deren Google Maps-Karte).
Auf deren Seite werden alle Sichtungsberichte dokumentiert, ebenso finden sich dort Videos und Fotos.



Meteor oder Weltraumschrott?

Das auffällig grüne Leuchten ist auf seine chemische Zusammensetzung zurückzuführen, die gleichzeitig auch gegen verglühenden Weltraumschrott spricht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit wird soviel Reibungsenergie an den Luftmolekülen erzeugt, dass diese ionisiert werden und die ihn umgebende Luft zum Leuchten angeregt wird, was dann entsprechend beobachtet werden kann.

Solche auffälligen Himmelserscheinungen werden auch als Boliden bezeichnet, also größere, auffällige Meteore, die in der Atmosphäre verglühen. Der Zeitpunkt legt einen Zusammenhang mit den Leoniden nahe, einem Meteorstrom von Bruchstücken des Tempel-Tuttle-Kometen, die gerade im November regelmäßig in die Erdatmosphäre eintreten und dann gehäuft als Sternschnuppen am Himmel zu beobachten sind.
Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass in den kommenden Tagen noch weitere Sternschnuppen beobachtet werden können.

Während Astronomen und Experten von der DLR und der ESA von so einem in der Atmosphäre verglühenden Meteor ausgehen, sieht der Leiter des Stuttgarter Planetariums die Ursache noch nicht eindeutig geklärt. Nach dessen Meinung sei die Geschwindigkeit aufgrund der Dauer der Beobachtungen (ungefähr 10 Sekunden) ein Hinweis auf eine eher geringere Geschwindigkeit von nur wenigen 1000 Km pro Stunde, wohingegend normale Sternschnuppen mit etwa 20 bis 30 Km pro Sekunde, also zwischen 72.000 bis 108.000 Km pro Stunde, in die Atmosphäre eintreten. Dies sei, nach Meinung des Planetariumschef, eher ein Hinweis auf auf eine ausgediente Raketenstufe oder Reste davon.

Nach seiner Aussage untersucht das europäische Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt derzeit die Möglichkeit eines dafür in Frage kommenden Raketenstarts.

 

Video der Feuerwehr Höchen auf Twitter
Dashcam-Video auf Youtube

Weitere Quellen (Auswahl):
Heilbronner Stimme (mit Augenzeugenbeschreibungen)
Heilbronner Stimme Update vom 16.11.
Fachgruppe Meteorastronomie
Forum Meteoros
Nachlese auf dem CENAP-Blog
Focus Online
T-Online
Hessenschau

Nachlese zur UFO-Tagung bei Fulda 2017

von Jochen Ickinger

Am 24.06.2017 fand in der Nähe von Fulda die erste gemeinsame Tagung der drei in der "Deutschen Kooperationsinitiative UFO-Forschung" vertretenen Gruppen DEGUFO, GEP und MUFON-CES statt. Nach der UFO-Tagung 2009 in Schmerlenbach, wo ebenso deutsche UFO-Gruppen sowie die Gesellschaft für Anomalistik gleichermaßen beteiligt waren, ist dies die zweite vergleichbare Tagung. Als GEP-Mitglied wollte ich nicht nur die persönlichen Kontakt-Möglichkeiten nutzen sondern war insbesondere am Vortrag zum Greifswalder UFO-Fall interessiert, der, im Gegensatz zu unseren eigenen Recherchen, den Fall noch als offen bzw. ungeklärt darstellen sollte.
Das Datum wurde bewusst gewählt, in Anlehnung an das 70jährige Jubiläum der Sichtung von Kenneth Arnold am 24.06.1947, die als Geburtsstunde des modernen UFO-Phänomens sowie der "fliegenden Untertassen" gilt.

Vorgesehen waren sechs Vorträge; je einer seitens der beteiligten Gruppen und drei Vorträge von externen Referenten. Hierzu waren ursprünglich Referenten aus dem Ausland vorgesehen. Hintergrund war die abschließende Podiumsdiskussion zum Thema "Europäische UFO-Forschung". Zugesagt hatten letztlich Forscher aus Polen und Frankreich. Aus Frankreich sollten Vertreter der im Elsass angesiedelten Gruppe SPICA teilnehmen, die hierzulande vor allem von den Cröffelbacher UFO-Tagungen in den 2000er Jahren bekannt sind. Leider mussten diese ihre Teilnahme im Vorfeld absagen, so dass die offenen Vortragsblöcke anderweitig gefüllt wurden.

Den Beginn machte Jörg Kiefer von der MUFON-CES, der zum Thema der (radartechnischen) Luftraumüberwachung referierte und sehr ausführlich die Struktur der Radarüberwachung in Deutschland mit den jeweiligen Zuständigkeiten darstellte, sowie ebenso, was im Einzelnen getrackt bzw. worauf geachtet und was aussortiert wird und mögliche Fehlerquellen. Kiefer zeigte einige freie Recherchequellen zum Flugverkehr, wie bspw. das bekannte Flightradar24 und auch die Bezugsmöglichkeiten von Radaraufzeichnungen über Anfragen bei offiziellen Stellen. Abschließend zeigte er einige Radaraufzeichnungen mit aus seiner Sicht ungeklärten Objekten, wobei er darauf hinwies, dass im Fokus solche mit begleitenden visuellen Beobachtungen stehen, um reine Radarfehler weitgehend auszuschließen.
Unter den Beispielen war auch der Vorfall beim Stuttgarter Flughafen aus dem Jahr 2009, der damals auch Schlagzeilen in der Presse machte. Dazu zeigte Kiefer eine Radaraufzeichnung, die die Flugspur des vermeintlichen Objekts zeigt und, mit einer Unterbrechung, von Freiburg in gerader Linie bis Prag reicht.
Damals hatten auch Untersucher des CENAP zu dem Fall recherchiert, wobei als mögliche Erklärung eine der Drohnenüberführungen der USAF nach Polen in den Raum gestellt wurde, was sich zumindest mit der aufgezeichneten Radarspur (Richtung Polen) decken würde.
Insgesamt gesehen fand ich den Vortrag sehr informativ mit einigen mir bislang unbekannten Aspekten zur Radarüberwachung. Auch den Ansatz, darüber zusätzliche, objektivierbare Indizien zu UFO-Beobachtungen zu bekommen, halte für durchaus berechtigt. Die Zusammenführung von derartigen Aufzeichnungen mit visuellen Beobachtungen bzw. zu deren Begründung ist allerdings auch interpretativ, da korrelierende Indizien nicht zwangsläufig auch kausal zusammen hängen müssen. Insofern entbindet auch das nicht einer kritischen Prüfung.

Den zweiten Vortrag hielt Rafal Nowicki von der polnischen "Nautilus Foundation" zu einem Fotofall aus 2005, nahe Zdany. Die Fotos zeigen ein scharf abgebildetes Objekt, das nahe einer Straße über einem Feld schwebt bzw. sich nach oben bewegt. Davor habe es zwei Fahrzeuge auf der Straße durch Ausfall der elektrischen Systeme zum Stehen gebracht. Nowicki setzte den Schwerpunkt auf die Frage einer Fotomanipulation, von der ich selber hier gar nicht ausgehen würde, und versuchte ausführlich die "Echtheit" zu begründen. Unterstützend zur Glaubwürdigkeit der Zeugen brachte er einige Aspekte, die nicht nur mir allerdings etwas seltsam erschienen. So war bspw. einer der Zeugen war kurz davor in einen Unfall mit Fahrerflucht mit dem auf einigen Fotos zu sehenden Pkw verwickelt, so dass er sich wohl nicht kurz danach hätte ablichten lassen und er hätte für die Temperatur eine zu leichte Jacke getragen, um darin dann ggf. längere Zeit dort im Freien zu verbringen und einen Fake zu inszenieren. Letztlich wurde aber die Frage eines Fakes mittels eines Modells nicht thematisiert, dafür wurden Tests zur Größenermittlung mit ähnlichen Modellen (!) durchgeführt, die zu einer mutmaßlichen Größe von um die 2 Meter führten (plus/minus).
Für mich sieht das eher nach Aluschüsseln oder einer Bastelarbeit mit einem Heliumballon oder dgl. aus, garniert mit dem alten Klischee der EM-Emmissionen außerirdischer Technik, die Autoelektrik lahmlegt. Warum die unterstellten, hochentwickelten Aliens keine wirksame EM-Abschirmung haben, fragt sich dabei niemand. Wie so oft, hat auch hier niemand sonst, außer den beteiligten Zeugen, das Ding gesehen. Also eine reine Glaubensfrage. Der Fotofall kann auf der Webseite der Nautilus Foundation eingesehen werden.

Dritter Referent war André Kramer von der GEP, zum Thema der psychosozialen Folgen so genannter UFO-Entführungserlebnisse. Hintergrund ist sowohl seine berufliche Tätigkeit in der Sozialpsychiatrie, als auch seine derzeit in Arbeit befindliche Diplomarbeit zu diesem Thema. Er stellte dazu seine Vorgehensweise und Forschungsfragen vor und beschrieb auch die in Frage kommenden psychologischen Ursachen, die derartige Erlebnisse auslösen können. Kramer betonte aber, dass es nicht darum ging den Erlebnissen eine Erklärung zuzuordnen, sondern um die Erlebnisse und deren Auswirkungen auf die Betroffenen, deren Verhalten und insbesondere auch deren soziales Umfeld. Die tatsächliche Ursache für die Erlebnisse spielt dabei eine untergeordnete Rolle und er bot den Betroffenen auch keine Erklärung an. Klammert man bewusst erfundene Geschichten aus, dann dürften sich alle einige sein, dass es sich um subjektiv wahre Erlebnisse handelt, die postraumatische Folgen haben können und man die Betroffenen grundsätzlich an geeignete, psychologisch geschulte Anlaufstellen verweisen sollte. Eine denkbare Anlaufstelle könnte das IGPP in Freiburg sein.

Als vierter Referent behandelte Bernd Dohmen (Pseud.) das bekannte Hessdalen-Phänomen. Dohmen ist auch Betreiber der Webseite "Hessdalen Germany". Er gilt als Spezialist für astronomische Zeitrafferaufnahmen. Ebenso befasst er sich mit Spektralfotografie. Er bot eine gute allgemeine Übersicht zum Phänomen und der örtlichen Verhältnisse. Er thematisierte nicht nur die verschiedenen aktuellen theoretischen Ansätze zur Ursache des Phänomens, sondern auch die mannigfaltigen herkömmlichen Ursachen und Täuschungsmöglichkeiten. Aus eigenen Reisen vor Ort stellte er einige Beispiele für Fehlinterpretationen vor. Interessant dabei, dass manche Auflösung nur möglich war, weil ein Kollege mit einem Teleobjektiv parallel fotografierte und erst so die wahre Ursache erkennbar war, wie einmal nächtliche Fischer auf einem zugefrorenen See oder eine Hütte an einer Stelle, an der keine erwartet wurde. Ebenso gab er Beispiele, die seiner Meinung nach "echte" Hessdalen-Lichter zeigten. Dohmen favorisierte dazu keine bestimmte Theorie, bekannt ist aber, dass er grundsätzlich mit der ETH sympathisiert; er ist auch Autor des Buches "Außerirdische - Das große Tabu unseres Zeitalters". Nichtdestotrotz ein gelungener und informativer Vortrag.
Unter kritischen Untersuchern gibt es unterschiedliche Ansichten dazu. Ich selber sehe hier derzeit durchaus einen Ansatz eines anomalen atmosphärischen Phänomens, jenseits von Alien-Spekulationen, für das es auch verschiedene Theorieansätze gibt.

Der fünfte Vortrag war der von mir mit Spannung erwartete Vortrag von Marius Kettmann von der DEGUFO zu den Greifswaldlichtern von 1990, vorgestellt als "Deutschlands bekanntester UAP-Fall". Der Fall beschäftigt seitdem die deutsche UFO-Forschung und wird hitzig und leider nicht immer sachlich diskutiert. Zuletzt erschien dazu 2012 ein umfassender, von Dennis Kirstein zusammengestellter, Abschlussbericht auf ufo-information.de, der die Militärmanöver-Theorie begründet. Zum Einstieg bezog sich Kettmann dann ausdrücklich auf MUFON-CES, CENAP und ufo-information.de als Materialquellen für seinen Vortrag, wo es jeweils umfassende Untersuchungen dazu gab. In seiner Darstellung des Vorfalls fand sich dann auch das uns bekannte Material. Er thematisierte auch die Theorie eines Militärmanövers seitens der tschechischen Luftwaffe, warf dazu aber einige Fragen auf, insbesondere die mangelnde Bestätigung und Kenntnis eines solchen Manövers. Ebenso bezweifelte er den Einsatz der Leuchtbomben als Luftziele, da diese mehr als Gefechtsfeldbeleuchtung verwendet worden seien. Ein wichtiger Einwand von ihm war auch die Brenndauer, die, allerdings nur nach wenigen (einer?) Zeugenaussagen, deutlich länger als die meist verwendeten 7 Minuten gewesen sei. Ein angeblich dazu existierens Video ist aktuell nicht belegt. Wir haben das auch in unserem Bericht thematisiert und ich hatte auch in der Diskussion darauf hingewiesen, dass es auch Leuchtbomben mit deutlich längerer Brenndauer gibt, ebenso dass es erst 2012 ein russisches Militärmanöver bei St. Petersburg gab, bei dem diese Leuchtbomben verwendet wurden und sich dasselbe Erscheinungsbild zeigte. Kettmann wies in der Diskussion darauf hin, dass er sich selber noch nicht festlegen und auch nicht unbedingt von Außerirdischen ausgehen wolle. Er wollte auch die von Kritikern favorisierte Theorie nicht gänzlich ausschließen, meinte aber, dass man dazu noch weitere Nachforschungen anstellen müsse und seine Recherchen noch nicht abgeschlossen seien. Kettmann plant dazu keinen Bericht in herkömmlicher Form, sondern möchte ein Buch zu diesem Vorfall herausbringen.
Wir werden zu diesem Thema und dem Vortrag noch gesondert auf ui.de eingehen.
Insgesamt möchte ich aber feststellen, dass der Vortrag sachlich gehalten war und auch die von uns zusammengetragenen Fakten und Unterlagen dem Grunde nach nicht bestritten oder angegriffen wurden. Lediglich in der Interpretation und Schlussfolgerung gibt es Differenzen. Eine Fortführung der Diskussion auf dieser sachlichen Ebene wäre wünschenswert.

Als sechster und letzter Vortrag war ein Beitrag von Andreas Anton vom IGPP in Freiburg zur Frage "Sind UFOs ein Thema für die Wissenschaft?" geplant. leider musste der Referent aufgrund einer Erkrankung kurzfristig absagen. Ich fand das sehr schade, da ich sehr auf diesen Vortrag gespannt war. Die freie Zeit wurde einerseits für die vorhergehenden Diskussionen genutzt, andererseits wurden zwei kurze Präsentationen eingeschoben. Zum Einen zu einem Fotofall der an alle drei Organisationen eingereicht wurde, eine Lichtkugel vor einem Passagierflugzeug zeigt und derzeit noch ungeklärt ist. Ergänzend gibt es eine Radaraufzeichnung, die das Objekt vor dem Flugzeug zeigen soll. Bleibt abzuwarten, was die weiteren Recherchen bringen.
Als zweites gab es eine kurze Vorführung kameratechnischer Ausrüstung, sowie ein Beispiel für den Einsatz eines Raspberry Pi mit einer kleinen Kamera. Wie auch schon beim Thema der Luftraumüberwachung angemerkt, gilt letztlich für die gesamte instrumentelle Unterstützung in diesem Bereich, dass diese zusätzliche Indizien liefern kann, nicht mehr und nicht weniger, die aber auch weitere Fehlerquellen beinhalten können. Aus meiner Sicht sollten hierbei auch Kooperationen mit bestehenden externen Netzwerken angestrebt werden. So gibt es bspw. das Feuerkugelnetzwerk, das auch kameragestützte Himmlsüberwachung betreibt, sowie europaweite Netze von Messtationen zur Gravitations- und Magnetfeldmessung, mit denen sich eigene Messungen abgleichen und verifizieren ließen. Eine kritische Rezeption zur instrumentellen Forschung findet sich auf ui.de.
Robert Fleischer von Exopolitik, der auf der Tagung mehrfach Filmaufnahmen machte, nutzte die Gelegenheit, um einen Videoblog für die drei Gruppen anzubieten, der auf dem Youtubekanal von Exopolitik ausgetrahlt werden sollte. Hierzu sollten etwa alle zwei Wochen Beiträge die Arbeit und aktuelle Aktivitäten der Gruppen vorstellen, um so neue Interessenten und Mitglieder zu gewinnen. Hintergrund ist für Fleischer die Tatsache, dass bspw. italienische UFO-Gruppen bis zu 1000 Mitglieder hätten und in Deutschland alle drei zusammen gerade mal zwischen 200 und 300, was für ihn völlig unverständlich sei. Hierzu sei angemerkt, dass solche Vergleiche zwischen den Ländern problematisch sind und man das nicht einfach übertragen kann. Ebenso dürfte die Klientel, die Exopolitik für ihre eigenen Produktionen erreicht, mehrheitlich eine andere sein, als sie für die Arbeit der UFO-Gruppen in Frage kommt. Auch muss sich jede Gruppe fragen, ob das die eigentliche Zielgruppe für die eigene Arbeit ist. Ich würde damit keine allzu hohen Erwartungen verbinden.

Zum Tagungsabschluss gab es die angekündigte Podiumsdiskussion zum Thema "UFO-Forschung in Europa". Im Mittelpunkt die Möglichkeiten bzw. eher die Schwierigkeiten eines verbesserten Austausches und Kontaktes der Gruppen untereinander. Festgestellt wurde, dass es nur sehr spärliche Kontakte zu Gruppen außerhalb Deutschlands gibt. Einzigstes Medium mit einem länderübergreifenden Austausch ist derzeit die EuroUFO-Mailingliste. Das Haupthindernis dürfte sicherlich die Sprachbarriere sein, da sich die jeweiligen Gruppen überwiegend auf ihre Landessprache beschränken.

Mit 30 bis 40 Teilnehmern war die Tagung recht gut besucht. Weitere Tagungen in diesem Format, unter dem Dach der "Deutschen Kooperationsinitiative UFO-Forschung", sollen folgen. Ich für mich kann feststellen, dass es insgesamt sachlich zuging und informativ war, auch wenn ich mich nicht allen Aussagen anschließen kann. Aber wie ein Kollege treffend feststellte, ist sowas immer auch ein "Social Event", mit der Möglichkeit des persönlichen Austausches, was man nicht unterbewerten sollte. Eine weitere Einbeziehung kritischer Beiträge in zukünftigen Tagungen würde die Ausgewogenheit verstärken.

Noch eine abschließende Anmerkung: Von den Veranstaltern wurde die "neue Kooperation" der drei Gruppen hervorgehoben und die gemeinsamen Projekte, nachdem zuvor Grabenkämpfe und Streitereien vorgeherrscht hätten, die die gesamte Forschung behinderten. Das erweckte den Eindruck, dass es die ganzen vergangenen Jahrzehnte nur Auseinandersetzungen und keine Zusammenarbeit und keinen Fortschritt gegeben hätte. Dem möchte ich an dieser Stelle widersprechen. Es gab tatsächlich vor einigen Jahren die bekannten Auseinandersetzungen, diese stehen aber nicht stellvertretend für die gesamten 40 Jahre, seit es die private Forschung in dieser Form und den damals neu gegründeten Gruppen CENAP, GEP und MUFON-CES gab.
Es gab damals von Beginn an eine sehr gute Kooperation und Zusammenarbeit, vor allem zwischen CENAP und GEP und bis in die 1990er Jahre regelmäßige gemeinsame Tagungen und Workshops, an denen oftmals auch weitere Gruppen beteiligt waren, was auch mit den Cröffelbacher Tagungen in den 2000er Jahren fortgesetzt wurde. Ebenso gab es Kontakte zwischen GEP und MUFON-CES. Auch hat man sich intensiv in der Falluntersuchung ausgetauscht, inkl. eines Rundversands von Fallakten zur gegenseitigen Beurteilung. Auch gab es Ansätze hinsichtlich der Datenverarbeitung und Fallklassifizierung sowie u.a. ein von der GEP geleitetes Projekt zur Zeugenwahrnehmung, an dem sich viele verschiedene Forscher beteiligt hatten.
Natürlich gab und gibt es auch manche kritische Auseinandersetzung, aber auch das gehört in der wissenschaftlichen Forschung dazu. Ich möchte dazu zum Schluss den Soziologen Dr. Edgar Wunder zitieren, der auf der letztjährigen Tagung der GfA festgestellt hat, dass "Wissenschaft Kritik und Kritiker braucht" und insbesondere den "direkten kritischen Dialog untereinander".

Linksammlung:
Deutsche Kooperationsinitiative UFO-Forschung
Nautilus Foundation (Fotofall Zdany)
Hessdalen Germany
Fall Kenneth Arnold auf ui.de
Fall Greifswald auf ui.de
Kritik zur instrumentellen UFO-Forschung auf ui.de

 

Aktuelle Seite: Home Aktuelles Weblog