ufoinfo.de wird runderneuert

Liebe Leser/-innen und Freunde von ufoinfo.de,

vor Kurzem durften wir den 500000. Besucher auf ufoinfo.de im nunmehr 8. Jahr unseres Bestehens begrüßen. Der große und stets steigende Zuspruch zu unseren Inhalten freut uns natürlich sehr.

Acht Jahre bedeuten gerade in technologischer Hinsicht eine lange Zeit mit vielen Neuerungen und Fortschritten. Wir sind der Meinung, dass unser Internetauftritt diesem Fortschritt nach 8 Jahren nun hinterherhinkt. Unser Anspruch an uns selbst ist jedoch, nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Internetauftritt unseren selbstgesteckten hohen Maßstäben gerecht zu werden.

Deshalb hat sich das ufoinfo.de-Team dazu entschlossen die Webseite komplett neu zu gestalten und die bisher bekannten Inhalte in ein modernes, zeitgemäßes Design, das gerade auch dem heutigen mobilen Surfverhalten Rechnung trägt, zu importieren. Dieses Projekt wird einige Wochen, über den Sommer 2019, in Anspruch nehmen. In dieser Zeit wird unsere Webseite ab Mitte Juli offline gehen und nicht erreichbar sein.  Einen genauen Termin für den Relaunch können und wollen wir aktuell nicht geben. Sobald dieser fest steht werden wir euch über unsere bekannten Social-Media-Kanäle (Facebook, Twitter und Instagram) darüber informieren.

Bis dahin wünschen wir euch einen schönen Sommer und verbleiben mit viel Vorfreude auf unseren neuen Internetauftritt mit vielen Grüßen,

euer Team von ufoinfo.de

Warum sich Pentagon & Navy für UFOs interessieren

Vor kurzem haben wir über die neuen UFO Guidelines (Richtlinien zur Berichterstattung bei Begegnungen mit nicht identifizierten Luftfahrzeugen) bei der Navy berichtet und dabei bereits darauf hingewiesen, dass dies eher nichts damit zu tun hat, dass das US Militär auf die Idee käme, dass uns außerirdische Raumschiffe besuchen, wie das insbesondere von der TTSA unermüdlich promotet wird. Schon immer werden Dinge gesehen, die wir nicht (auf Anhieb) erklären können und zum größten Teil auf Fehlinterpretationen natürlicher Phänomene bzw. herkömmlicher Objekte beruhen. Dies betrifft nicht nur Dinge am Himmel, sondern bspw. auch Beobachtungen über angebliche unbekannte Wesen zu Lande oder im Wasser, die zuweilen einen sehr banalen Ursprung haben. Ein aktuelles Beispiel sind "UFO-Meldungen" aufgrund des Raketenstarts der Space X Starlink-Satelliten, die viele Menschen verwirrten. Falsche Intepretationen dessen, was Menschen am Himmel sehen und sich nicht erklären können, beruhen im Wesentlichen auf unvollständigen Informationen und fehlenden Erfahrungen darüber, wie herkömmliche Phänomene und Objekte erscheinen können, was letztlich zur Verwirrung führt.

Das kann allen Menschen passieren und eben auch Piloten, wenn sie Dinge beobachten, die sie nicht unmittelbar identifizieren können. Vor diesem Hintergrund geht der Professor Iain Boyd, ehemals wissenschaftlicher Berater der U.S. Luftwaffe, in einem Beitrag auf Phys.org davon aus, dass das Pentagon genau diese Art von Verwirrung vermeiden und die Hintergründe der Beobachtungen nicht identifizierter Flugobjekte besser verstehen möchte, die trotz fortgeschrittener Technologien zur Identifizierung seltsamer Dinge am Himmel gemacht werden. Denn bei allen militärischen Missionen hat man das Problem bei solchen Beobachtungen, dass man nicht weiß, was dahinter steckt, ist es freundlich oder feindlich? Stellt es eine Bedrohung dar oder ist es eher neutral?

Boyd verweist hierzu auf den militärischen Begriff der "situational awareness", also dem "Situationsbewusstsein", der das vollständige Verständnis der Umgebung, in der militärische Operationen stattfinden, und was sich darin befindet, beinhaltet. Ein nicht identifiziertes Objekt ist eine Lücke in diesem Verständnis, die die Piloten dann über Anfragen an die Flugsicherung versuchen zu schließen. Boyd führt dazu den Höchststand an UFO-Sichtungsmeldungen (über 8000 im Jahr 2014) an, und dass dokumentierte Vorfälle trotz zahlreicher Zeugen und weiterer Aufzeichnungen ungelöst blieben. Dabei referenziert er auf das FLIR-Nimitz-Video, welches allerdings einige Fragen aufwirft und wie die anderen FLIR-Videos in der Kritik steht (dazu an anderer Stelle mehr). Zudem verzeichnen die Sichtungsmeldungen seit 2015 einen starken Rückgang.

Die Berichterstattung zu Beobachtungen von UFOs böten dem Militär die Möglichkeit, Identifikationsprozesse zu verbessern, so Boyd: "Zumindest ein Teil dieser Arbeit könnte in Zukunft von automatisierten Systemen ausgeführt werden, und möglicherweise in Echtzeit, wenn sich ein Vorfall ereignet. Militärfahrzeuge - Humvees, Schlachtschiffe, Flugzeuge und Satelliten - werden von Sensoren erfasst. Es sind nicht nur passive Geräte wie Radioempfänger, Videokameras und Infrarotbilder, sondern auch aktive Systeme wie Radar, Sonar und Lidar. (...) Sensoren können eine Fülle von Informationen zu UFOs liefern, einschließlich Reichweite, Geschwindigkeit, Kurs, Form, Größe und Temperatur. Bei so vielen Sensoren und Daten ist es jedoch eine Herausforderung, die Informationen zu etwas Nützlichem zusammenzuführen. Das Militär arbeitet jedoch verstärkt an Autonomie und künstlicher Intelligenz . Eine mögliche Anwendung dieser neuen Technologien könnte darin bestehen, sie zu kombinieren, um all die vielen Signale zu analysieren, die von Sensoren eingehen, und dabei alle Beobachtungen zu trennen, die nicht identifiziert werden können. In diesen Fällen kann das System sogar Sensoren für Fahrzeuge in der Nähe oder Satelliten in der Umlaufbahn zuweisen, um zusätzliche Informationen in Echtzeit zu erfassen. Dann könnte es ein noch vollständigeres Bild zusammenstellen."

Ziel sei es demnach, ein möglichst komplettes Bild der beobachteten Objekter zu zeichnen um so das 'U' für unidentifiziert aus 'UFO' herauszunehmen und mit einem 'I' für identifiziert zu ersetzen. Ein erfolgreicher Einsatz intelligenter Systeme zur identifizierung setze jedoch eine entsprechende Programmierung und Abwägung verfügbarer Daten voraus, was wiederum ein entsprechendes Verständnis der UFO-Beobachtungen voraussetzt.

Boyds Ansicht nach "...  ist der neue Ansatz der Marine zur Meldung von UFO-Begegnungen ein guter erster Schritt. Dies kann schließlich zu einem umfassenden, vollständig integrierten Ansatz für die Objektidentifizierung führen, bei dem die Daten vieler Sensoren durch Anwendung künstlicher Intelligenz und Autonomie zusammengeführt werden. Nur dann gibt es immer weniger UFOs am Himmel - weil sie nicht mehr unbekannt sind."

Boyds Kernaussage ist also eine rein militärisch begründeten Sichtweise auf UFO-Beobachtungen und dem daraus resultierenden Bedürfnis, dahinter steckende natürliche Phänomene und Objekte besser zu identifizieren, um Fehlinterpretationen weitgehend zu minimieren. Aber nicht nur Bilderkennungsalgorithmen sind in der Objekterkennung noch fehlerhaft, wie Boyd erwähnt, sondern gerade neue Systemen können zu Beginn fehleranfällig sein, wie im Zusammenhang der zuletzt thematisierten Pilotensichtungen mittels Radar als eine Ursache vermutet wird.
Ein anderes Problem einer automatisierten Identifizierung herkömmlicher Objekte und Phänomene ist deren vielfältige Erscheinungsweise unter der sie auftreten und die unterschiedlichen Bedingungen, unter denen sie wahrgenommen werden können. Das erschwert eine eindeutige Ein- und Abgrenzung hinsichtlich einer automatisierten identifizierung, vor allem bei rein subjektiven Beobachtungen. Das zeigt das lange Bemühen der UFO-Forschung um Prüfschemata bzw. Expertensysteme zur identifizierung fehlinterpretierter herkömmlicher Objekte, die an entsprechende Grenzen stoßen. Zudem treten immer wieder neue Objekte oder Phänomene als Stimuli in Erscheinung, die auch erfahrene Falluntersucher erstmal verwirren, bis man deren wahre Natur erkennt.

 

Quellen:
Why is the Pentagon interested in UFOs?

UFO Reporting bei der Navy?

Die 'UFO Reporting Guidelines' der U.S. Navy, was steckt dahinter?

Im April erschien auf dem News-Portal POLITICO ein Artikel, wonach die U.S. Navy aktuell neue Richtlinien für Begegnungen mit "nicht identifizierten Luftfahrzeugen" ("unidentified aircraft") entwirft, was gleichzeitig "... ein bedeutender Schritt bei der Schaffung eines formellen Prozesses [sei], um die ungeklärten Sichtungen zu sammeln, zu analysieren und zu destigmatisieren". Das Ganze sei eine Reaktion auf eine Reihe von bisherigen Sichtungen unbekannter Flugzeuge, die in den eigenen Operationsraum bzw. die Nähe von Einrichtungen der eigenen Streitkräfte und des geschützen Luftraums eindrangen.

Im Weiteren wird, derzeit wohl unvermeidlich beim Thema U.S. Militär und UFOs, ein Zusammenhang mit dem Pentagon-Programm AATIP (Advanced Aerospace Threat Identification Program - Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft- und Weltraum) hergestellt und daraus angeblich festgestellte, ungeklärte Vorfälle. Entsprechend werden an diesem Programm beteiilgte Personen zitiert, die inzwischen über die "To The Stars Academy" (TTSA) solche Vorfälle und Videos als Belege für außerirdische Aktivitäten bzw. eine fortgeschrittene Technologie darstellen. Schließlich wird werbewirksam noch auf die neue, als "Dokumentation" bezeichnete, TV-Serie auf dem History Channel hingewiesen, in der weitere Enthüllungen zu Tage treten würden und an der die TTSA maßgeblich beteiligt ist.

Beim oberflächlichen Lesen wird der Eindruck erweckt, als wären die neuen Richtlinien, die derzeit noch nicht fertig formuliert vorliegen, ein unmittelbarer Ausfluss des früheren Pentagonprojekts und darin festgestellter Vorfälle und Begegnungen fremder Fluggeräte mit fortgeschrittener, nicht irdischer (außerirdischer?), Technologie. Wie Mick West auf seinem Blog dazu richtig feststellt, werden hier jedoch zwei völlig verschiedene Dinge miteinander vermischt:
1. Die eigentliche Erklärung der Navy
2. Das Marketing der TTSA, was deren Meinung hinsichtlich ungeklärter Vorfälle und die Promotion von UFO- und Alientheorien angeht, von Mick West als "Spin", also "Meinungsmache", bezeichnet

Präsentiert wird im Artikel die Meinung der TTSA und deren Protagonisten als quasi offiziell, was es aber nicht ist. Das einzig offizielle ist eine prinzipiell nachvollziehbare Aussage über geplante, neue Richtlinien über die Bearbeitung von Meldungen über nicht autorisierte oder nicht identifizierte Eindringlinge im eigenen Luftraum, sowie Informationen seitens Navy-Mitarbeitern zu möglichen Gefahren solchen Eindringens für die Flugsicherheit:

"There have been a number of reports of unauthorized and/or unidentified aircraft entering various military-controlled ranges and designated air space in recent years. For safety and security concerns, the Navy and the USAF take these reports very seriously and investigate each and every report.
As part of this effort, the Navy is updating and formalizing the process by which reports of any such suspected incursions can be made to the cognizant authorities. A new message to the fleet that will detail the steps for reporting is in draft. In response to requests for information from Congressional members and staff, Navy officials have provided a series of briefings by senior Naval Intelligence officials as well as aviators who reported hazards to aviation safety."

"In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Berichten, wonach nicht autorisierte und/oder nicht identifizierte Flugzeuge in verschiedene vom Militär kontrollierte Bereiche und ausgewiesene Lufträume eingedrungen sind. Aus Sicherheitsgründen nehmen die Marine und die USAF diese Berichte sehr ernst und untersuchen jeden einzelnen Bericht.
Im Rahmen dieser Bemühungen aktualisiert und formalisiert die Marine den Prozess, mit dem den zuständigen Behörden Meldungen über solche mutmaßlichen Übergriffe übermittelt werden können. Eine neue Mitteilung an die Flotte, in der die Schritte für die Berichterstellung detailliert beschrieben werden, befindet sich im Entwurf. Auf Ersuchen von Mitgliedern und Mitarbeitern des Kongresses hin haben Marinebeamte eine Reihe von Unterweisungen von hochrangigen Marine-Geheimdienstbeamten sowie von Piloten vorgenommen, die Gefahren für die Flugsicherheit gemeldet haben."

"Nicht autorisiertes Eindringen in den Luftraum" bedeutet im Grunde erstmal nur, dass ein Flugzeug in eine Region einfliegt, in der es nicht sein sollte. Das Navy Dokument OPNAVINST 3770.2L, das entsprechende Instruktionen und Prozeduren enthält, bezeichnet dies als "Spill-in", definiert im Anhang B als Eindringens eines, auch ferngesteuerten, Flugzeugs in reservierten und militärisch genutzen Luftraums ohne Genemigung.

Richtlinien für den Umgang mit solchen Luftraumverletzungen unbekanner Flugzeuge sind auch nicht neu. So gibt es aus den 1990er Jahren solche Einsatzregeln für den taktischen Verantwortungsbereich ("Rules of Engagement"), nachzulesen in der "The Air Force Law Review" aus 1998 (S. 61). Zusammengefasst heißt es darin, dass jedes nicht identifizierte Luftfahrzeug mit allen verfügbaren Mitteln zu identifizieren, oder, sofern dies nicht zufriedenstellend möglich ist, zur visuellen Identifizierung abzufangen ist.
Was jetzt seitens der Navy passiert, ist also nicht was völlig neues, sondern eher eine Verbesserung der Art und Weise, wie solche Übergriffe gemeldet werden, da man derartige Berichte sehr ernst nehmen und untersuchen würde. Letztlich nichts, was man nicht erwarten würde und wozu man auch keine UFO- oder Alien-Theorien bräuchte. Tom DeLonge von der TTSA vermarktet diese (vermeintlich) neuen Richtlinien als ein Erfolg und Resultat der eigenen Arbeit, und zumindest angesichts der erfolgreichen Lobbyarbeit von Chris Mellon, Mitglied im TTSA Advisory Board und ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter des Pentagon und Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats, dürfte er sogar recht haben.

Ein interessanter Aspekt im POLITICO-Artikel ist, dass der Passus bzgl. vorliegender Berichte über das Eindringen nicht autorisierter bzw. nicht identifizierter und offensichtlich hochmoderner Flugzeuge im militärisch kontrollierten Luftraum der letzten Jahre, in einem Statement der Navy als Antwort auf Fragen seitens POLITICO enthalten sei. Hierzu hat sich Mick West direkt an den Verfasser des Artikels, Bryan Bender, gewandt, um sich nach den gestellten Fragen zu erkundigen und was sie veranlasste. Leider bleib dies bislang unbeantwortet. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Aussage kein direktes Statement der Navy war, sondern offenbar mehr eine eigene Annahme und persönliches Verständnis des Autors (aus Aussagen der TTSA?) ist.

Insofern sind diese neuen Navy Richtlinien eher als verbesserte, taktische Einsatzregeln zu sehen, als ein neues UFO-Reporting. Bleibt noch abzuwarten, wie diese dann im Ergebnis tatsächlich aussehen.

Eine Bestätigung dieser (militärischen) Sichtweise liefert der frühere wissenschaftliche Berater der U.S. Luftwaffe Iain Boyd in einem Beitrag auf Phys.org, über den wir ebenfalls berichten.

 

Quellen:
- U.S. Navy drafting new guidelines for reporting UFOs
- Frustrated pilots got Navy to stop dismissing UFO sightings
- Navy updating protocol for reporting UFOs
- Explained: The Navy's New "UFO" Reporting Guidelines
- Diskussion auf metabunk.org
- OPNAVINST - DEPARTMENT OF THE NAVY AIRSPACE PROCEDURES AND PLANNING
- The Air Force Law Review
   

Navy UFOs oder was sonst?

"Wow, was ist das?" Genau das ist die Frage

 

Titel des New York Times-Artikels

Nach dem Enthüllungsartikel in der New York Times (NYT) Ende 2017 über das bis dahin geheime und vom Pentagon finanzierte UFO-Programm AATIP folgte nun der zweite Streich in Form eines weiteren NYT-Artikels, mit dem Titel: 'Wow, what is that?' Navy Pilots Report Unexplained Flying Objects. Die drei Autoren des Artikels (Cooper, Blumenthal und Kean) sind dieselben, die bereits den erstern NYT-Artikel verfassten. Von den Autoren, selber UFO-Anhänger, ist Leslie Kean als UFO-Promoterin und Autorin eines populären UFO-Buches ("UFOs: Generals, Pilots and Government Officials Go On the Record") bekannt. Kean hat 2012 ein Video, das von der chilenischen CEFAA stammt, dem Pendant der chilenischen Luftwaffe zum amerikanischen Blue Book, als "starken UFO Beweis" bezeichnet, das angeblich Wissenschaftler, Luftfahrtexperten und Photogrammetrietechniker von Armee und Luftwaffe als unerklärlich hielten (kommt uns das bekannt vor?), bis es nach eingehender Analyse mehrerer Kritiker als banale Fliege enttarnt wurde.

Im aktuellen NYT-Artikel besagter Autoren kommen verschiedene Navy-Piloten zu Wort, die ungeklärte Flugobjekte beobachtet und gemeldet haben. So heißt es u.a.:

"Die seltsamen Objekte, eines davon wie ein sich gegen den Wind drehender Kreisel, tauchten von Sommer 2014 bis März 2015 fast täglich hoch am Himmel über der Ostküste auf. Navy-Piloten berichteten ihren Vorgesetzten, dass die Objekte keine sichtbaren Motor- oder Infrarot-Abgasfahnen hatten, aber 30.000 Fuß und Überschallgeschwindigkeiten erreichen konnten."und

"'Diese Dinge würden den ganzen Tag draußen gewesen sein' sagte Lt. Ryan Graves, ein F/A-18 Super Hornet-Pilot, der seit 10 Jahren bei der Navy ist. 'Um ein Flugzeug in der Luft zu halten, ist ein erheblicher Energiebedarf erforderlich. Mit den beobachteten Geschwindigkeiten sind 12 Stunden in der Luft, 11 Stunden länger als erwartet."


Der aufmerksame Leser dürfte sich jetzt zu recht fragen, wenn dort angeblich über etwa ein dreiviertel Jahr unbekannte Objekte "fast täglich" gesehen wurden und "12 Stunden" am Himmel herum flogen, warum gibt es dann keine eindeutigen Sachbeweise in Form von Fotos, Videos oder instrumenteller Aufzeichnungen, die alle Zweifel an ihrem Aussehen und ihrem Flugverhalten beseitigen? Dafür werden wiederholt lediglich die von der To The Stars Academy (TTSA) immer wieder beworbenen selben Infrarotvideos gezeigt, die jedoch mit diesen Vorfällen keinerlei Verbindung haben. Keiner der beteiligten Piloten gab an, an diesen Videoaufnahmen beteiligt gewesen zu sein. Die gerne in diesem Zusammenhang geäußerte Behauptung, es läge weiteres Material vor, das nur nicht freigegeben wurde, hilft nicht weiter und lässt keine einseitige Ableitung für die Annahme eines anomalen Phänomens zu.

Von einer Aussage abgesehen, haben die Navy-Piloten offenbar selber nie etwas mit bloßem Auge gesehen, sondern es gab lediglich Radarkontakte. Wenn die Piloten versuchten, sich den Positionen der Objekte zu nähern, war jedoch nichts zu sehen. Nichts Unbekanntes bei vielen früheren Radarkontakt-Fällen. Entweder waren die Ziele sehr klein, dass sie nicht mit bloßem Auge gesehen wurden oder es war etwas ganz anderes. Ohne weitere Daten lässt sich das schwer sagen. Wie im Artikel erwähnt, traten diese Radarkontakte offenbar erst auf, nachdem ein neues Radarsystem installiert wurde. Insofern dürfen wir annehmen, dass von Seiten der Entwickler bereits daran gearbeitet wird. Leider sind uns die gemachten Mitteilungen der Piloten selber nicht bekannt, was für eine weitere Beurteilung notwendig wäre.

Ein Leser verwies uns gegenüber darauf, dass das besagte Radarsysterm in der Lage sei, herkömmliche Flugzeuge zu identifizieren bzw. feindliche von eigenen zu unterscheiden. Allerdings wäre dies in diesem Fall irrelevant, da auch Kritiker einer anomalen interpretation der Sichtungen nicht zwingend davon ausgehen, dass hier gewöhnliche Flugzeuge veranwortlich sind. Man darf davon ausgehen, dass in dem angegebenen Zeitraum über mehrere Monate hinweg herkömmliche Flugzeuge früher oder später identifiizert worden wären. Davon auszugehen, dass die Nichterkennung als Flugzeug gleichbedeutend für ein Flugobjekt exotischer Herkunft ist, wäre dagegen ein Fehlschluss. Kritiker sehen hier wie erwähnt eher andere Ursachen.

Der einzigste Fall, wo jemand mitteilte, etwas direkt gesehen zu haben, ist leider nur eine Aussage aus zweiter Hand, nach der ein Pilot eine Beinahekollision mit einem Objekt hatte, das zwischen ihm und seinem Flügelmann geflogen sei und es als eine transparente Kugel mit einem Würfel darin beschrieb. Printy meint dazu, dass aufgrund der geringen Entfernung von 30 Metern zwischen beiden Flugzeugen, das Objekt nicht sehr groß gewesen sein dürfte. Aufgrund der Beinahekollision und der sich daraus ggf. ergebenden notwendigen Reaktion dürfte der Blickkontakt nur sehr kurz gewesen sein, so dass eine klare Beschreibung dessen, was da gesehen wurde, schwer möglich sein dürfte.

Allgemein wird bei Pilotensichtungen, so auch hier, gerne hevorgehoben, dass es doch glaubwürdige und hochqualifizierte Zeugen bzw. Militärpiloten mit Kampferfahrung seien, die die Berichte abgeben. Dass dadurch deren Beobachtungen glaubwürdiger und zuverlässiger seien, als solche von "gewöhnlichen" Zeugen, ist allerdings ein nicht belegtes und typisches Klischee. Das hat bereits der bekannte frühere UFO-Forscher J. Allen Hynek in einer eigenen Untersuchung festgestellt: "Überraschenderweise scheinen kommerzielle und militärische Piloten relativ schlechte Zeugen zu sein" (The Hynek UFO Report, 1977). Ein Pilot müsse sich vorwiegend darauf konzentrieren, sein Flugzeug sicher in der Luft zu halten und nicht darauf, ausführlich seltsam aussehende Obiekte am Himmel Der englische UFO-Forscher Isaac Koi hat zu diesem Thema der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von bestimmten Personengruppen, auch von Piloten, ausführlich geschrieben.

Davon abgesehen rezitiert der Artikel die Arbeit der TTSA und bewirbt die nur wenige Tage nach Erscheinen des Artikels gestartete neue Serie "Unexplained" auf dem History Channel, die von der TTSA mitproduziert wird. Einem Interview mit dem beteiligten Autor Blumenthal zufolge wussten die Autoren um die neue TV-Serie und sahen vorab Teile davon. Sie verwendeten Inhalte daraus für den Artikel, und sind den Aussagen der Zeugen nachgegangen, um ein eigenes Interview zu führen. Blumenthal hält die ganze Geschichte für eine "der größten unserer Zeit", aber sie würden versuchen, Abstand von TTSA zu halten, da es ihrer Glaubwürdigkeit helfen würde, davon getrennt zu sein.

Letztlich ist der gesamte Artikel so mehr als Promotion für die TV-Serie, als eine sachgerechte Aufarbeitung von UFO-Beobachtungen zu sehen.


Quellen:
‘Wow, What Is That?’ Navy Pilots Report Unexplained Flying Objects
Glowing Auras and ‘Black Money’: The Pentagon’s Mysterious U.F.O. Program
punk rock and UFOs
'New York Times' UFO Coverage Still Just a Front for To the Stars and History Channel
It's Tic vs Tac as the Media goes into a Frenzy
Flying Saucer, or Fly?

Gibt das Pentagon UFO-Untersuchung zu?

Hat das Pentagon "endlich zugegeben" dass es noch immer UFOs untersucht? Nein, hat es nicht!

In einer Vielzahl von Zeitungsmeldungen wurde eine Nachricht veröffentlicht, denen zufolge das Pentagon "endlich zugeben" würde, dass es noch UFOs untersucht und auch die bereits mehrfach in dem Zusammenhang genannten Initiative "Advanced Aerospace Threat Identification Program" (AATIP) erwähnt. So habe der Pentagon-Sprecher Christopher Sherwood, angeblich zugegeben, dass immer noch angebliche Sichtungen außerirdischer Raumschiffe untersucht würden.

Die ursprüngliche Nachricht dazu erschien in der New York Post (s. Screenshot rechts)  und liest man sich den Text genauer durch, stellt sich schnell heraus, dass tatsächlich nicht von Sichtungen außerirdischer Raumschiffe oder UFOs die Rede ist, wie es irreführend in der Überschrift heißt. Ebenso wenig gibt es "schockierende Enthüllungen" des Pentagons, wie das auf der Seite eingebettete Video betitelt ist.

Tatsächlich wird seitens des Pentagons über Flugzeuge bzw. Fluggeräte allgemein ("aircraft") gesprochen:

“The Department of Defense is always concerned about maintaining positive identification of all aircraft in our operating environment, as well as identifying any foreign capability that may be a threat to the homeland".

“The department will continue to investigate, through normal procedures, reports of unidentified aircraft encountered by US military aviators in order to ensure defense of the homeland and protection against strategic surprise by our nation’s adversaries.”

Man will demnach alle Fluggeräte und ausländischen Fähigkeiten im eigenen operativen Umfeld positiv identifizieren, die eine Bedrohung für das nationale Territorium darstellen könnten. Ferner sollen weiterhin mittels normaler Verfahren Meldungen über nicht identifizierte Fluggeräte untersucht werden, um die Verteidigung der Heimat und den Schutz vor Gegnern zu gewährleisten.

Letztlich ein völlig normales Unterfangen, das im Interesse eines jeden Staates ist. Es bedarf also schon einiger Phantasie, um daraus eine Offenbarung über UFO-Untersuchungen herauszulesen, zumal das "endlich zugegeben" in der Titelzeile den Anschein erweckt, als wäre das Pentagon entlarvt und ein Geheimnis enthüllt worden. Auch die Behauptung, dass das Pentagon fälschlicherweise die Schließung des AATIP-Programms im Jahr 2012 bekanntgegeben hätte, trifft nicht zu, weil tatsächlich das Pentagon ab diesem Jahr lediglich keine Mittel mehr bereit stellt, wie in dem dazu erschienenen Bericht der New York Times nachgelesen werden kann.

Interessanterweise ist der Autor des Artikels in der New York Post, Steven Greenstreet, nicht irgendein Journalist, sondern bezeichnet sich selber u.a. als UFO Gläubiger ("UFO Believer", siehe Instagram). Parallel zum Artikel wird seitens des HISTORY Channel für eine neue, von der "To The Stars Academy" mit produzierten, "Dokumentation" über Enthüllungen zu UFO-Untersuchungen seitens der Regierung geworbenen ("Unidentified: Inside America's UFO Investigation"), die am 31. Mai startet.

Alles in allem ein merkwürdiger Zufall, der mehr den Anschein einer Werbemaßnahme für die neue TV-Serie hat, zumal Tweets zur Sendung sich direkt auch auf die Schlagzeile des besagten Artikels in der NYP beziehen (s. Abb. oben). Auch die aktuellen "Enthüllungen" über UFO-Berichte von Navy-Piloten aus 2014/2015 müssen in diesem Kontext gesehen werden, da auch Tweets zu diesem Artikel mit dem entsprechenen Hashtag (#unidentified) auf die neue Serie versehen sind.

Ergänzender Hinweis: Wir erhielt dazu eine kritische Anmerkung, dass unser Beitrag unvollständig sei, da das Pentagon im Rahmen des früheren UFO-Forschungsprogramm AATIP entsprechende Untersuchungen durchgeführt habe. Dies wurde aber auch nie bestritten und ist seit annähernd zwei Jahren bekannt. Dies hat auch nichts mit dem hier behandelten Artikel der NYP zu tun, der in dieser Angelegenheit einen falschen Sachverhalt suggeriert. Vieles zu AATIP ist auch noch nebulös. Zwar hat das Pentagon in dessen Rahmen unbekannte Luftphänomene untersucht, in erster Linie aber lediglich eine externe Firma dafür bezuschusst. Konkret sind keinerlei offizielle Untersuchungsakten untersuchter Vorfälle aus diesem Programm herausgegeben oder bekannt. Ein angeblich erstellter umfangreicher Bericht über UFO-Sichtungen wurde bislang nicht öffentlich gemacht. Kürzlich bekanntgewordene Briefing Slides zu AATIP sowie eine Liste von 38 Dokumenten daraus weisen Themen auf, die man in Amerika eher als "Weird Physics" bezeichnen würde und weniger als UFO-Forschung. Entscheidend ist dazu, dass seitens des Pentagons bislang nichts zum Thema UFOs enthüllt oder veröffentlicht wurde. Alles was dazu derzeit veröffentlicht wird, stammt von TTSA und nicht aus internen Aktivtäten des Pentagons, auch wenn das TTSA anderes behauptet und von "Pentagon Disclosure" spricht.

 

Quellen:
The Pentagon finally admits it investigates UFOs
Tweet von ufoofinterest zur neuen Serie UNIDENTIFIED
Blogpost auf Il Disinformatico (italienisch)

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