Nach 12jähriger Pause war es am vergangenen Wochenende wieder soweit. An fast schon legendärer Stelle, nämlich dem kleinen Ort Wolpertshausen-Cröffelbach in der süddeutschen Hohenlohe, fand wieder eine UFO-Tagung statt. Zuvor war der Ort von 1998 bis 2011, mit wenigen Unterbrechungen, jährlich Schauplatz solcher UFO-Tagungen, die prinzipiell immer auf fachliche Inhalte und den gegenseitigen Austausch und Diskussionen ausgerichtet waren und teilweise auch Workshopcharakter hatten. Anlass für die diesjährige Tagung war das 50jährige Bestehen des kritischen CENAP-Netzwerks, das dazu eingeladen hatte. Es fanden sich etwas über 20 Teilnehmer ein, darunter alte und neue Gesichter und auch einige Zufallsgäste fanden den Weg. Es konnten auch renommierte und sachkundige Referenten gewonnen werden, darunter auch solche aus dem Ausland, die wir bislang nur aus der Ferne kannten. Erfreulich waren auch Kollegen aus dem französischen Elsass (der ehemaligen Gruppe SPICA), die uns schon in der früheren Zeit regelmäßig besuchten.

Seit der Einrichtung der UAP-Task Force beim Pentagon, inzwischen als UAP-Büro ARO weitergeführt, bekommt das Thema deutlich mehr Aufmerksamkeit, auch in medialen und wissenschaftlichen Kreisen. Befeuert wurde das Ganze noch zusätzlich durch den Medienrummel um die zu Beginn des Jahres über den USA abgeschossenen (Spionage- und anderen) Ballons. Durch das breite Interesse, auch des Militärs, hat auch der US-Kongress Interesse an dem Thema bekundet. Inzwischen hat auch die NASA ein unabhängiges Gremium einberufen, um UFOs, die heute als Unidentifizierte Anomale Phänomene bzw. UAP bezeichnet werden, zu untersuchen und künftig eine größere Rolle bei der Untersuchung der Hintergründe unidentifizierter anomaler Phänomene zu spielen. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Außerirdische, aber es gibt eine ganze Menge Dinge, die in der Luft umherfliegen. Das NASA-Gremium will die NASA beraten, wie man ein besseres wissenschaftliches Verständnis von UAPs gewinnen kann. Auch Wissenschaftler und Journalisten sind aufgerufen, sich den unbeantworteten Frage zu widmen und dem Thema nachzugehen.

Am 14. September hat die NASA den mit Spannung erwarteten Bericht ihres "Independent Study Teams" veröffentlicht und stellt ihn auf deren Seite zum Download zur Verfügung. Es gab dazu auch ein Live-Pressebriefing, das auf YouTube verfügbar ist. Wir bieten Ihnen hier den Bericht in einer deutschen Übersetzung. Am Ende der Übersetzung kann der Bericht im Original angesehen werden. Der Bericht enthält einige Illustrationen, die wir weggelassen haben. Ferner haben wir den Abschnitt "Danksagung" ausgelassen und ebenso einen Einschub mit der Analyse und Erklärung des Go-Fast-UAP-Videos auch anhand des Parallaxeffekts, die bereits zum öffentlichen NASA UAP-Meeting im Mai diesen Jahres vom AARO-Direktor Dr. Sean Kirkpatrick präsentiert wurde. 

Die US-amerikanische RAND Corporation ist eine gemeinnützige, unabhängige Forschungsorganisation, die eine Abteilung zum Thema nationale Sicherheit und das staatlich geförderte National Defense Research Institute unterhält. In dieser Eigenschaft unterstützt die RAND Corporation Regierungsstellen mit eigenen Forschungen und Analysen, die auch die UFO-Thematik umfassen. Kennern der Szene dürfte dazu das RAND-Dokument "UFOs: What to Do?" aus dem Jahr 1968 bekannt sein, das damals auch im Zuge der UFO-Programme der US Air Force zu UFOs entstand und mehrere Aspekte des Phänomens beleuchtete, die auch heute noch aktuell sind.

Im Nachgang zur vergangenen Anhörung im US-Kongress gibt es natürlich auch diverse Kommentare, die das Ganze versuchen einzuordnen. Die Reaktionen dabei sind naturgemäß unterschiedlich, je nach eigener Interpretation der Aussagen. Die Kommentare aus Kreisen der UFO-Enthusiasten, die Gruschs Aussagen schon immer als zutreffend ansahen, sehen die aktuelle Entwicklung als Bestätigung ihrer Position und sprechen auch gerne von einer neuen Faktenlage, die nun endlich, und wirklich, die Wahrheit ans Licht bringen wird. Zumeist wird dabei vor allem auf die berufliche Reputation von Grusch und anderen Zeugen verwiesen, die aber auch von Kritikern nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Im Grunde also das häufige Autoritätsargument. Kritische UFO-Forscher sehen das eher zurückhaltend, da bislang tatsächlich keine neuen Fakten und Beweise für die Behauptungen vorgelegt wurden. Auch wir und viele unserer Kollegen sehen das zum jetzigen Stand eher zurückhaltend kritisch, aufgrund der Tragweite und Plausibilität der Behauptungen, der bislang fehlenden Belege, dem ufologischen Umfeld von Grusch der vergangenen Jahre, auch als Quelle vieler seiner Behauptungen und dem erkennbaren innenpolitischen Aspekt der Anhörung.

Unsere Kommentarauswahl berücksichtigt demzufolge gerade solche Kommentare, die sich sachlich und aus wissenschaftlicher Sicht mit dem auseinandersetzen, was seitens der Zeugen behauptet wird und insbesondere auch mit der mangelnden Beweislage und Plausibilität.

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