History Ancient Aliens - Die Wahrheit

Der us-amerikanische TV-Sender "History Channel" strahlt seit einigen Jahren sehr erfolgreich in mittlerweile mehreren Staffeln die Reihe "Ancient Aliens" aus. In "Ancient Aliens" werden die Theorien der so genannten Prä-Astronautik thematisiert, die besagen dass die Menscheit bereits in der Frühzeit unserer Geschichte Besuch von Außerirdischen erhalten habe. Belege dafür würden sich überall auf dem Globus in frühzeitlichen Bauten, Wandmalereien und alten Texten wieder finden. Zwei der bekanntesten Vertreter der Prä-Astronautik sind Erich von Däniken und Zecharia Sitchin.

Der History Channel produziert die Reihe "Ancient Aliens" äußerst erfolgreich und nimmt sich je Folge ein Thema des großen prä-astronautischen Spektrums an. So waren auch schon die bekanntesten prä-astronautischen Theorien rund um den Bau der Pyramiden von Gizeh, die Bedeutung der Nazca-Linien oder die Steinfiguren auf den Osterinseln Thema bei "Ancient Aliens". Bekannte Promoter sind dabei fester Bestandteil der Reihe und so kommt u.a. Auch der Schweizer Erich von Däniken regelmäßig zu Wort. Die Macher der Serie verzichten dabei vollständig auf eine kritische Hinterfragung der prä-astronautischen Theorien und tragen diese, im Gegensatz, massiv mit. Die Reihe "Ancient Aliens" lässt den gesamten Sender "History Channel" in einem dubiosen Licht erscheinen, doch trotz oder vielleicht auch gerade aufgrund der fehlenden kritischen Begutachtung der Theorien ist "Ancient Aliens" ein weltweiter Erfolg und wird in mehreren Sprachen synchronisiert. So läuft die Reihe auch schon seit Jahren auf dem deutschsprachigen Ableger des History Channel im Pay TV.

Der US-Amerikaner Chris White war diese kritiklose Darstellung ein Dorn im Auge und so präsentierte er vor rund einem Jahr seine eigenst produzierte Dokumentation "Ancient Aliens debunked". Die frei erhältliche 190-minütige Dokumentation macht Schluss mit vielen Falschdarstellungen der Originalserie. White zeigt auf wie es tatsächlich um die Theorien bestellt ist und scheut sich auch nicht davor die Protagonisten der Prä-Astronautik gezielt als Lügner zu entlarven. Auf YouTube wurde sie bereits über 2,5 Mio. mal angesehen.

Ein Themenbereich der Doku beschäftigt sich auch mit den angeblichen Ufos auf frühzeitlichen Zeichnungen und Gemälden. White rückt die wahre Bedeutung dieser "UFOs" in rechte Licht und macht Schluss mit Spekulationen.

Leider liegt die Dokumentation "Ancient Aliens debunked" aktuell nur in englischer Sprachfassung vor und Sie müssen dem Englischen mächtig sein um den Themen folgen zu können. Nichtsdestotrotz finden wir diese mehr als 3-stündige Doku so empfehlenswert, dass wir Sie Ihnen hier präsentieren wollen.

Wahrnehmung: Wenn die Erinnerung trügt

Seit Jahren schon weisen kritische Ufo-Phänomen-Forscher darauf hin, das Hauptaugenmerk der Forschung weg von der objektorientierten (das eigenlich Gesehene am Himmel) und hin zur subjektorientierten Forschung zu verschieben. Das Subjekt ist in diesem Fall der Augenzeuge an sich.

Dabei geht es nicht darum den Augenzeugen zu diskreditieren oder die Ernsthaftigkeit seiner Aussagen anzuzweifeln, sondern vielmehr darum ob das subjektiv Erlebte auch dem real stattgefundenen Ereignis entspricht. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang von der Wahrnehmungspsychologie.

Bei Spiegel Online erschien dieser Tage der Artikel "Augenzeugen vor Gericht: Wenn die Erinnerung trügt". Der Artikel thematisiert das menschliche Erinnerungsvermögen am Beispiel von Zeugenaussagen vor Gericht. Dabei lässt sich das Beispiel auch 1 zu 1 auf das Thema "Erinnerungsvermögen von Zeugenaussagen bei UFO-Erzählungen" übertragen. In gewisser Weise ist die Aufarbeitung einer UFO-Erzählung mit jeder anderen Erzählung identisch. Daher möchten wir an dieser Stelle gezielt auf den Faktor Mensch hinweisen und empfehlen Ihnen den o.g. Artikel von Spiegel Online:

"Augenzeugen vor Gericht: Wenn die Erinnerung trügt"

Roswell-Zeuge Jesse Marcel jr. gestorben

Der letzte noch lebende First-Hand-Zeitzeuge des angeblichen Ufo-Absturzes von Roswell 1947, Jesse Marcel jr., ist im Alter von 76 Jahren am vergangenen Wochenende verstorben, wie seine Tochter Denise über Facebook bekannt gab:

"It is with a sad heart that I have to break this bad news to the world. At the age of 76 my Dad Jesse Marcel Jr.’s life on earth has ended.

Although it is a very sad time for our entire family I am happy to know that he lived an eventful life. I am so proud to be his daughter. He had taught me so many things in life and one of the more important things I learned from my Dad was to never back down in the face of adversity. For anyone who wants to know I will be posting, the funeral arrangements once they have been made.
He is survived by his wife Linda, his children Jesse Jr., Myself, John, Marissa, Mackenzie , Aimee, Ashley and Mark and all of his grandchildren. Although my Dad and Grandpa are no longer with us . . . The Roswell Legacy will live on FOREVER!!!"
 
2008 lernte ui.de-Mann Dennis Kirstein Jesse Marcel jr. persönlich kennen: "Der Roswell-Mythos zog im Laufe der letzten drei Jahrzehnte einige zwielichtige Persönlichkeiten an, von denen viele ein finanzielles Interesse daran hatten das Thema am Leben zu halten. Jesse Marcel jr. war hier vollkommen anders. Ich lernte ihn als aufrichtigen Menschen kennen, der einfach nur das wiedergab, was er damals tatsächlich erlebt hatte. Marcel machte nie einen Hehl daraus dass er nicht wisse, was für Material sein Vater ihm damals spät in der Nacht gezeigt habe. Für ihn mutete es ungewöhnlich an mit seltsamen Eigenschaften. Die Interpretation dessen überließ er anderen. Marcel blieb stets bei seinem Erlebnisbericht und ließ sich auch nie dazu verleiten auf die angeblich außerirdische Komponente des Mythos anzuspringen. Mit ihm verlieren wir den letzten lebenden Zeitzeugen, der tatsächlich den Zwischenfall miterlebt hat. Den Hinterbliebenen gilt unser Mitgefühl. "

Ufo-Meldestellen auf ui.de

In den zurückliegenden Wochen ist es immer häufiger vorgekommen, dass Sichtungszeugen sich an ufo-information.de wandten um ihre Sichtung zu melden. Wir verstehen ufo-information.de jedoch als reines Informationsportal für Ufo-Interessierte und aktive Ufo-Phänomen-Forscher, sehen uns jedoch nicht als eigene Forschungsgruppe an und agieren als solch eine auch nicht aktiv.

Um allen suchenden Sichtungszeugen aber auch zukünftig über unsere Webseiten Hilfe anbieten zu können, haben wir ab sofort eine Informationsseite geschaffen auf der alphabetisch sortiert und wertneutral deutsche Ufo-Meldestellen aufgelistet sind. Wir sind dabei gezielt auf die einzelnen Organisationen herangetreten und haben um Veröffentlichung ihrer Kontaktdaten gebeten. Neben der Degufo e.V. und der Gep e.V. können Sichtungszeugen aktuell auch das Onlineformular auf Ufo-Datenbank.de nutzen.

Die Informationsseite für Sichtungszeugen finden Sie ab sofort hier: UFO Sichtung melden - Meldestellen

Buchbesprechung: Hexenwahn und Ufo-Welle

gelesen und besprochen von Dennis Kirstein

Die seit vielen Jahren als Grenzwissenschaftsautorin bekannte Schriftstellerin Gisela Ermel legt mit ihrem neuen Buch "Hexenwahn und Ufo-Welle" ein Werk vor, in dem Sie versucht Parallelen zwischen den mittelalterlichen Berichten um Hexenflüge und Begegnungen mit fremdartigen Wesen und dem modernen Entführungsphänomen herzustellen. Ihre Vorgehensweise und Indizienaufzählung lehnt sich dabei stark an die Themen der bekannten Prä-Astronautik-Theorie an, nach der es in der Menschheitsgeschichte von Indizien oder gar Beweisen außerirdischer Einflussnahme auf zivile Kulturen seit Anbeginn unseres Daseins nur so wimmelt. So können wir schon auf dem Rückentext erahnen welche Richtung das Buch einschlägt: "Bedroom-Visitor? Unfreiwillig entführt werden durch materielle Hindernisse hindurch? Flugerlebnisse mit Erinnerungslücken? Manipulationen am Körper Betroffener durch fremdartige Wesen? Das alles hört sich an, wie aus einem typischen modernen UFO-Motiv-Katalog, doch genau das findet man in alten Prozessakten und Berichten aus der Zeit des Hexenwahns".

Den Leser erwarten 158 Seiten voller Informationen über den Hexenwahn im Mittelalter. Berichte über Hexenflüge, Hexenprozesse und Schriften früherer Gelehrter ergeben ein rundes Bild und einen ersten Einstieg in das Thema. Der Preis von 12,50 € für dieses Buch ist durchaus gerechtfertigt. Hätte sich die Autorin allein auf das Hexenthema beschränkt, wäre diese Besprechung hier nun zu Ende und ich könnte ein ausschließlich positives Fazit ziehen. Frau Ermel aber entschied sich in diesem Werk Vergleiche mit einem der umstrittensten Themengebiete der Ufo-Phänomen-Erforschung anzustellen und das ist ihr, soviel vorweg, leider nicht gut genug gelungen.

Das Thema der UFO-Entführungen ist für sich stehend bereits derart umstritten und heute in großen Teilen wissenschaftlich erforscht und auch widerlegt, als dass es eine konstruierte Verbindung zum mittelalterlichen Hexenwahn benötigt hätte. Dabei ist Frau Ermel bei weitem nicht die Erste und Einzige, die versucht hat einen mittelalterlichen Mythos in die neuzeitliche Welt zu übertragen. Seit Jahrzehnten bemühen sich Anhänger der Prä-Astronautik z.B. auch in Berichten von Fabelwesen, Zwergen und Trollen wahrhaftige Erlebnisberichte mit raumreisenden, fremden Intelligenzen zu entdecken. Sagen und Mythen des Morgen- und Abendlands wurden in ein neumodisches Gewand gepackt und als authentische Erlebnisberichte dem Leser feilgeboten. Vollkommen losgelöst vom Kontext der jeweiligen kulturellen Epoche und Erzählpraxis. Das altbekannte Problem der Prä-Astronautik im Allgemeinen.

Um wieder konkret auf das hier besprochene Buch zu kommen: Die Autorin versucht anhand zahlreicher, mittelalterlicher Berichte am Beispiel der Hexenverfolgung aufzuzeigen, dass es Berichte über Flugerlebnisse und Entführungsszenarien bereits vor Hunderten von Jahren gab. Die zahlreichen Berichte lassen diesen Gedankengang auch durchaus zu, solange man nicht weiter hinterfragt. Treffen die Erlebnisse auf einen signifikante Vielzahl aller Hexenberichte zu oder wird dem Leser hier nur eine bewusste Selektion angeboten, die die Theorie der Autorin unterstützen soll? Treffen die Erlebnisse ausschließlich auf Hexenberichte zu oder wie verhält es sich mit Berichten anderer anomaler Erlebnisse zu jener Zeit? In welchem Kontext sind die Erlebnisberichte und/oder Prozessakten zu sehen? Wie müssen Jahrhundertealte Texte gedeutet werden? Etc. All diese Fragen werden in diesem Buch leider nicht beantwortet.

Für den UFO-interessierten Leser hält das Buch leider wenig an Informationen bereit. Der Vergleich findet lediglich einseitig aus Sicht des Hexenwahns statt. Mittelalterliche Erlebnisberichte werden regelmäßig mit Sätzen a la "So kennen wir es auch aus der UFO-Forschung" und "bei heutigen Berichten ist es genauso oder ähnlich" beendet. Der Leser erhält im gesamten Buch kein einziges, detailliertes Beispiel eines Erlebnisberichts einer Ufo-Entführungserzählung. Die Autorin setzt quasi voraus, dass ihre Leserschaft mit dem Thema UFO-Entführungen sehr gut vertraut sein muss und die wiederkehrenden Erzählinhalte jedem bekannt sind. Ein oder zwei detaillierte Berichte hätten dem Buch sicher gut getan.

Erhellende Momente finden sich im Buch vor allem immer dann, wenn die Autorin in kurzen Absätzen durchaus auch eine gewisse Skepsis anklingen lässt. So wirft sie z.B. die Frage in den Raum, ob Ufo-Entführungsforscher sich nicht zwanghaft auf einen Typ von Fremdwesen hätten festgelegt und dieser anhand von Suggestivfragen bei Hypnosesitzungen (un)bewusst herausgearbeitet wurde. Die Rede ist vom heutigen Stereotypen des kleinen Grauen mit großem Kopf und mandelförmigen Augen.

Auch im Vorwort finden sich erfreuliche Sätze: So zitiert Frau Ermel den Ufo-Forscher Bertrand Méheust, der darauf hinwies dass es zwischen der Science-Fiction-Literatur und späteren Ufo-Phänomenen durchaus auffallende Verbindungen gebe. Jean-Luc Vertongen ließ das zum Kommentar  verleiten: "Man könnte fast glauben, dass sich das Ufo-Phänomen von der Trivialliteratur unserer Bahnhofskioske inspirieren ließ". Nicht nur fast, Monsieur Vertongen.

Das Grundproblem an der Botschaft, die dieses Buch vermitteln soll, sehe ich darin, dass hier nun sogar zwei Mythen ihrer jeweiligen Epoche krampfhaft miteinander in Einklang gebracht werden sollen. Dabei ist neben den bekannten Erklärtheorien hinter all diesen Berichten ein gemeinsamer Nenner auszumachen, der jedoch nichts mit fremden Intelligenzen, sondern vielmehr mit uns Menschen selbst etwas zu tun hat. In allen Erzählungen, jeder Epoche und jeder Kultur, lassen sich dieselben Urängste herauslesen: Dunkelheit, keine Kontrolle über sich selbst, das Fremde, Verlust etc. etc. Wir benötigen keine Trolle, keine Zwerge, keine Dschinns, Elfen und auch keine Hexen oder Außerirdische die uns je nach Epoche und Kultur zusetzen. Dem Bewusstwerden unserer Urängste gepaart mit dem Wissen um des zeitgeschichtlichen und soziokulturellen Umfelds lassen uns viele Fragen beantworten.

Das Buch ist letztlich eine schöne Auflistung verschiedener mittelalterlicher Erzählungen und Berichte zum Thema des Hexenwahns und deren Verfolgung. Für Interessierte an diesem Thema sicher ein Kauf wert, wenn nicht schon Wissen zu dem Thema vorliegt. Für Interessierte der Ufo-Phänomen-Forschung bietet das Buch jedoch in seiner Gesamtheit leider nichts wirklich interessantes. Das ist insofern schade, als dass ich die Autorin persönlich sehr schätze, dass aber nicht diese Besprechung beeinflussen darf.

158 Seiten, Din-A5, Paperback, € 12,50. ISBN: 978-3-95652-006-8. Verlag Ancient Mail.

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